#SOSKolumbien

In den letzten Tagen haben verschiedene Gruppen und Organisationen die alarmierende Gewalt angeprangert, die bei den Protesten, welche seit mehr als einer Woche in Kolumbien stattfinden, rund 40 Menschen getötet hat. Armee und Polizei haben den die Proteste, die am Mittwoch, den 28. April begonnen haben, mit exzessiver Gewaltanwendung brutal unterdrückt. Der Aufstand wurde vom Nationalen Streikkomitee ausgerufen, um die Ablehnung der Steuer-, Gesundheits- und Rentenreformen der Regierung von Ivan Duque zum Ausdruck zu bringen. Diese Reformen wirken sich direkt auf die Lebensbedingungen der mittleren und besonders prekären Bevölkerungsschichten aus.  #SOSKolumbien weiterlesen

„Signalwirkung für die Kirchenasylbewegung“

Freispruch im Kirchenasylverfahren des Benediktinermönchs Br. Abraham Sauer

Pressemitteilung vom 28. April 2021 des Ökumenischen Netzwerks Asyl in der Kirche in NRW, in dem wir als ITP mitarbeiten:

Bruder Abraham Sauer aus der Abtei Münsterschwarzach ist am 26. April 2021 vom Amtsgericht Kitzingen (Bayern) freigesprochen worden. Der Mönch war angeklagt worden, weil er geflüchteten Menschen Kirchenasyl gewährt hatte, die Staatsanwaltschaft hatte die Verurteilung gefordert. Das „Ökumenisches Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW e.V.“ begrüßt das Urteil als wegweisend für die Kirchenasylbewegung, auch außerhalb Bayerns. „Signalwirkung für die Kirchenasylbewegung“ weiterlesen

Casa Comun 2022 – Unser gemeinsames Haus

Anlässlich der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) am 31.8.-8.9.2022 in Karlsruhe plant das ITP zusammen mit anderen Basisinitiativen wie z.B. Kairos Europa ein internationales Zentrum in Karlsruhe für die Basisökumene einzurichten, nach dem Vorbild der Casa Comun bei der Amazsonassynode. Ein in mehrere Sprachen übersetzter internationaler Aufruf ist kürzlich veröffentlicht worden und auf der Homepage des Projekts nachzulesen.

Am 14.5.21 wird es ein erstes internationales digitales Treffen zur Vorbereitung geben. Weitere Infos gibt es hier.

ITP-Rundbrief Nr. 54 erschienen

Unser neuer halbjährlich erscheinender Rundbrief (Nr. 54) mit inhaltlichen Beträgen zum 100-jährigen Jubiläum des Fragmentes „Kapitalismus als Religion“ von Walter Benjamin, zur Würdigung Franz Hinkelammerts, zur Widerstandspraxis von ChristInnen im Rheinischen Braunkohlerevier und zu unseren aktuellen Auseinandersetzungen mit der feministischen Theologie, ist nun veröffentlicht worden. Er ist abrufbar unter: ITP Rundbrief 54

Ebenso haben wir eine spanischsprachige Übersetzung des Rundbriefes erstellt, die vor allem Interessierten in Lateinamerika zur Verfügung gestellt wird. Er kann ebenfalls heruntergeladen werden: ITP Boletín internacional 5 – Abril 2021

Con-Memoratio – Hans Küng zu Ehren

Ein Nachruf von Norbert Arntz

Nach langen Jahren des Schweigens, am Ende eines reichhaltigen und viele andere bereichernden Lebens ist Hans Küng am Osterdienstag gestorben. Gemeinsam wollen wir als ITP ihn hier erwähnen. Das meint „Conmemoratio“; das macht ihn gegenwärtig. Die Erinnerung an jeden Toten ist ambivalent. Sie vermag zwar dankbar vergangene Episoden ins Bewusstsein zurückholen, kann den Toten aber nicht zum Leben erwecken. Die Anwesenheit der Erinnerung macht die Abwesenheit des Erinnerten nur umso schmerzlicher bewusst. Was war, ist gewesen und wird nicht mehr sein können. Daher empfinden wir mit der Dankbarkeit zu gleich Trauer und Melancholie.

Hans Küng bei der Konziliaren Versammlung 2012 in Frankfurt am Main aus Anlass des 50. Jubiläums des Zweiten Vatikanischen Konzils, die das ITP mitveranstaltet hat. Foto: Ralf Heinrichs.

Doch weil das, was ist, nicht alles ist, erinnern wir uns – zusammen mit dem toten Hans Küng – zugleich eines Versprechens, für das er sein Leben verpfändet hat:

Christ sein bedeutet: In der Nachfolge Jesu Christi in der Welt von heute wahrhaft menschlich leben, handeln, leiden und sterben – in Glück und Unglück, Leben und Tod gehalten von Gott und hilfreich den Menschen. Con-Memoratio – Hans Küng zu Ehren weiterlesen

„Die Möglichkeit dieser neuen Welt, die inmitten der Kämpfe anbricht, steht noch immer offen.“

Predigt zum Gottesdienst von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ am Ostermontag 2021 in Lützerath / Rheinisches Braunkohlerevier

von Julia Lis, ITP

Es ist nicht vorbei! Das fasst zusammen, was die beiden JüngerInnen (wir wissen nicht, ob es Männer oder Frauen waren) in Emmaus und auf dem Weg dorthin erleben. Ein Erlebnis, eine Erfahrung, die vieles, vielleicht alles verändert.
Wir stehen hier an der Mahnwache Lützerath, einem Ort, der für viele von uns in den letzten Monaten vieles, vielleicht auch entscheidendes verändert hat. Inmitten der um sich greifenden, fortschreitenden Zerstörung, die hier handgreiflich wird, wenn wir uns erinnern, wie es hier noch im Sommer aussah und wie es heute ist, ist ein Ort des Protestes und der Begegnung entstanden, ein Hoffnungsort inmitten der Zerstörung, denn Emmaus liegt bei Lützerath. „Die Möglichkeit dieser neuen Welt, die inmitten der Kämpfe anbricht, steht noch immer offen.“ weiterlesen

Kuriale Diskriminierungen, kirchliche Widerstände und der „verwirrende“ Papst?

Ein Beitrag von Norbert Arntz

Das hat es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben: innerhalb von 10 Tagen formiert sich ein breiter Widerstand gegen eine Verlautbarung der vatikanischen Glaubenskongregation. Diese hatte– just unter dem Datum vom 2. Februar 2021, dem vatikanischen Hochfest „Kathedra Petri“ – behauptet, „Gott könne die Sünde (Homosexualität) nicht segnen“ und das stelle keine ungerechte Diskriminierung“ dar. Kirchliche Gruppen, Gemeinden und Verbände, Seelsorgerinnen und Seelsorger, Universitätstheologinnen und -theologen und auch Bischöfe erklären, dass sie in ihrer Praxis und Lehre der Weisung der Glaubenskongregation nicht folgen werden. Und das ist gut so! Die Behauptung der Glaubenskongregation hat eben weder mit dem Glauben noch mit vernunftgeleiteter Theologie zu tun, sondern eher mit klerikalen Machtspielen.

Zum Weiterlesen klicken Sie hier: Kuriale Diskriminierungen

Karfreitag am Abgrund

Predigt von Cornelia Senne, ev. Theologin, im Gottesdienst von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ in Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier

Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mt 27,46)

So klagte Jesus am Kreuz. Er war gefangen genommen, brutal gefoltert und gedemütigt worden. Er wurde ans Kreuz geschlagen, er hatte den sicheren Tod vor Augen. Kein „gnädiger“ Tod, sondern langsam, voller Schmerz und Leid.

Die christliche Tradition verehrt Jesus als Sohn Gottes, der um sein Schicksal wusste – und es freiwillig annahm. Aber selbst er fühlte sich in diesem Moment der größten Qual von Gott verlassen – einsam und hilflos. 

Um wieviel mehr müssen wir Menschen uns von Gott verlassen fühlen, wenn wir angesichts einer Bedrohung verzweifeln – so wie wir es eingangs im Ps 22 hörten. Ein Mensch sieht sich umringt von Menschen, die ihm Böses wollen – und er hat nicht die Macht, dies zu ändern, es zu verhindern.

Heute, an Karfreitag, stehen wir wieder in Lützerath. Ein großer Teil des Dorfes steht nicht mehr, wurde zerstört und in eine Ödnis verwandelt – ebenso wie die angrenzende Landschaft bis hin zur Grubenkante. Dahinter gibt es nur noch das gewaltige Loch. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit standen hier noch Häuser, die große Walnuss und andere Bäume und Pflanzen. Die Bagger von RWE haben aus einem lebendigen Ort und aus fruchtbarer Erde ein gottverlassenes Grauen gemacht – wer Tolkin kennt, denkt direkt an Mordor, das lebensfeindlichen Dunkelland, in dem allein das Böse regiert. Karfreitag am Abgrund weiterlesen

Fastenimpuls VI

Unsere Fastenimpulse drehen sich um das Thema Körper und Auferstehung. Für die Karwoche stellt Julia Lis ausgehend von Walter Benjamin die Frage nach der Möglichkeit von Auferstehung aus der Wiederkehr des immer Gleichen im Kapitalismus.

Er ist abrufbar unter: Sechster Fastenimpuls_Julia Lis