Am 21. April des letzten Jahres, Ostermontag, lief die Meldung rund um den Erdkreis: Papst Franziskus ist tot!
Viele, auch uns, hat dieser Tod damals mit großer Trauer erfüllt. In diesem Papst aus Lateinamerika, der immer nahe beim Volk und den Armen sein wollte, haben wir einen Verbündeten in vielen Fragen der sozialen Bewegungen und Gerechtigkeit und des Antimilitarismus erkannt. In unserem Nachruf haben wir auf die wichtigen theologischen Punkte seines Pontifikats hingewiesen, die im öffentlichen Diskurs hierzulande sehr oft unter den Tisch fallen, wohl weil weder die liberale noch die reaktionäre Theologie und Kirche sich in ihnen wiederfinden und diese Theologie von ihnen eher als störend empfunden wird.
Ein Jahr später kann man sich fragen: was bleibt von Franziskus übrig?
Sicherlich fällt auf, dass die friedensethischen Positionen sich weiter fortsetzen, quasi nahtlos. Wo Franziskus noch am Tag vor seinem Sterben zu weltweiter Abrüstung und Solidarität gemahnt hat: „Es kann keinen Frieden geben ohne echte Abrüstung! Der Anspruch eines jeden Volkes, für seine eigene Verteidigung zu sorgen, darf nicht zu einem allgemeinen Wettrüsten führen. Das Osterlicht spornt uns an, die Schranken zu überwinden, die Spaltungen hervorrufen und eine Vielzahl an politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen nach sich ziehen. Es spornt uns an, füreinander zu sorgen, die gegenseitige Solidarität zu stärken und uns für eine ganzheitliche Entwicklung aller Menschen einzusetzen.“ Papst Franziskus – Ein Jahr später weiterlesen
Manifest für einen egalitären Universalismus als Alternative zur kapitalistischen Globalisierung
Die niederländische Ausgabe des Buches von Dick Boer
In unserem neuen Rundbrief finden sich Beiträge, die schon eine Perspektive auf unsere befreiungstheologische Tagung am 25.-27. September 2026 eröffnen: Wie hängen Digitalisierung und der Verlust der gefährlichen Erinnerung zusammen? Welche Formen des apokalyptisch-messianischen ChristIn-Seins braucht die Welt? Wie steht es um das Patriarchat in der Postmoderne und was hat eine politische feministische Theologie hierbei kritisch beizutragen? Diese Fragen werden uns auch im September beschäftigen.
Durch das Sterben der ZeitzeugInnen des Holocaust wächst der Druck, Erinnerungen zu bewahren. Zunehmend werden digitale Formate (KI-Videos, VR, XR) genutzt, um Berichte zugänglich zu machen.
Die Ökumenische Vernetzungsinitiative Casa Comun (ÖVI), in der wir als ITP mitarbeiten, hat am 22. Januar 2026 eine deutliche Kritik der EKD-Denkschrift Welt in Unordnung – Gerechter Frieden im Blick veröffentlicht. In der Erklärung fordern Aktive aus der ÖVI stattdessen eine christliche Friedenslogik, die kapitalistischen Ursachen von Konflikten sichtbar macht, Gerechtigkeit ins Zentrum stellt, und Abrüstung vor Sicherheitspolitik setzt. Der Text ruft zu konkreten Aktionen auf: Solidaritätspraxen wie Kirchenasyl zu entwickeln und Ungehorsam gegen die Kriegslogik zu üben.