Buchvorstellung 11.9.: „…Wir waren Kirche inmitten der Armen…“

Herzliche Einladung zur Buchvorstellung „….Wir waren Kirche inmitten der Armen…“. Das Vermächtnis der Christen für den Sozialismus in Chile von 1971-1973 mit Michael Ramminger.

Die Buchvorstellung findet am 11. September 2019 um 19 Uhr im Institut für Theologie und Politik (ITP) in Münster statt. Michael Ramminger wird seine Arbeit vorstellen und es wird Gelegenheit zur Diskussion geben.

Infos zum Buch:

„…Wir waren Kirche inmitten der Armen…“. Das Vermächtnis der Christen für den Sozialismus in Chile von 1971-1973.

Diese Arbeit über die Bewegung der „Christen für den Sozialismus“ in Chile zwischen 1971 und 1973 versucht einer Spur zu folgen, die am Beginn der lateinamerikanischen Befreiungstheologie stand und mit dem Putsch gegen die sozialistische Regierung Salvador Allendes schon wieder zu Ende war. Buchvorstellung 11.9.: „…Wir waren Kirche inmitten der Armen…“ weiterlesen

Klimasynode von unten: Programm

Vom 18.-20. Oktober 2019 findet die „Klimasynode von unten“ im Rheinland statt. Jetzt steht auch das Programm für die Synode.  Unten gibt es auch Infos zur Anmeldung. Wir freuen uns auf spannende Tage! Außerdem stellen wir hier noch das Arbeitspapier zur Amazonassynode von Misereor und Adveniat zur Verfügung Instrumentum_Laboris_final_de_20190716 (1)

Klimasynode von unten im Rheinischen Braunkohlerevier

18.-20. Oktober 2019

Anlässlich der Amazonassynode in Rom

Klimasynode von unten Programm (vorläufig)

Klimasynode von unten im Rheinland
Die Amazonassynode der katholischen Bischöfe, die im Oktober in Rom stattfinden wird, bringt die soziale und die ökologische Frage in Amazonien zusammen.

Dies ist ein guter Anlass, die inhaltlichen Anliegen zu regionalisieren und damit die Amazonassynode zu uns zu holen. Besonders geeignet ist dafür das Rheinische Braunkohlerevier, wo sich ähnlich wie im Amazonasgebiet die Auseinandersetzung um ökologische Zerstörung und deren soziale Folgen im Moment dramatisch zuspitzt. Auch hier sind ChristInnen mitten in den Konflikten und Auseinandersetzungen und fragen sich, wie eine Positionierung von Kirche und eine Organisierung von ChristInnen in diesen Konflikten möglich werden können. Die Klimasynode von unten soll einen Beitrag dazu leisten, dass eine Positionierung im Sinne einer «Sorge um das gemeinsame Haus» (Papst Franziskus, Enzyklika Laudato si) in Bezug auf die Klimakatastrophe öffentlich hör- und sichtbar werden kann.

Alle engagierten ChristInnen, Aktive aus der Klimabewegung und Interessierte sind herzlich eingeladen, an der Klimasynode von unten teilzunehmen!

Programm: Klimasynode von unten: Programm weiterlesen

Neuerscheinung: „Wir waren Kirche … inmitten der Armen“

Eine Geschichte der Bewegung
Christen für den Sozialismus

Diese Arbeit über die Bewegung der „Christen für den Sozialismus“ in Chile zwischen 1971 und 1973 versucht einer Spur zu folgen, die am Beginn der lateinamerikanischen Befreiungstheologie stand und mit dem Putsch gegen die sozialistische Regierung Salvador Allendes schon wieder zu Ende war.

Junge Ordensleute und Priester vor allem lebten in den Armenvierteln und teilten das Leben der Menschen und ihre Kämpfe. Sie begaben sich auch in deren politische Organisationen und teilten ihre ideologischen Auseinandersetzungen. Sie diskutierten Marx, die Bedeutung der Arbeiterklasse, die Rolle der Religion und Kirche und analysierten den imperialen Kapitalismus. Das musste auf eine Konfrontation mit der kirchlichen Hierarchie hinauslaufen. Mit dem Putsch wurden sie von ihr endgültig fallengelassen und von Militär und Geheimdienst verfolgt. Und so verlor sich ihre Spur auch in der Befreiungstheologie. Bis heute wird ihre Geschichte auch in der Rezeption der Befreiungstheologie unsichtbar gemacht.

Michael Ramminger hat ihre Geschichte anhand von Interviews und Originaldokumenten rekonstruiert und damit einen wichtigen Teil der Anfangsgeschichte dieses befreienden Christentums und der Befreiungstheologie zugänglich gemacht – nicht nur für TheologInnen.

edition itp-kompass, Hardcover, ISBN:  9783981984521, 476 S., 34,80 Euro,

Das Buch erscheint in Chile unter dem Titel “…Éramos iglesia… en medio del pueblo. El legado de los Cristianos por el Socialismo en Chile 1971-1973” beim Verlag LOM: www.lom.cl

 

Erwin Kräutler: Kämpfer für den Amazonas

Dom Erwin auf einer Veranstaltung u.a. des ITP

Heute, am 12. Juli 2019 feiert der österreichisch-brasilianische Bischof Dom Erwin Kräutler seinen achtzigsten Geburtstag. Als junger katholischer Ordensgeistlicher ging er 1965 nach Brasilien an den Rio Xingu, wo er 1985 zum Bischof geweiht wurde. Erwin Kräutler gilt als einer der profiliertesten und engagiertesten Bischöfe im Kampf für die Rechte der indigenen Völker und darin auch für den Erhalt des amazonischen Regenwaldes. Kräutler wurde aus diesem Grunde wie viele andere auch mehrfach verhaftet, mißhandelt und mit dem Tode bedroht. Für sein Engagement erhielt er 2010 den alternativen Nobelpreis.

Erwin Kräutler setzte sich in den letzten Jahren ausdrücklich für den Erhalt des Xingu-Flusses und gegen das Megaprojekt eines Stausees am Fluss ein. Er war auch von 1983 bis 1991 und später erneut von 2006 bis 2015 Präsident des Indigenenmissionsrats der brasilianischen Bischöfe (CIMI). Kräutler ist Mitautor der Umweltenzyklika Laudato Si von Papst Franziskus und Mitvorbereiter und Teilnehmer der im Oktober in Rom stattfindenden Amazonas-Synode.

Das Institut für Theologie und Poltik gratuliert Erwin Kräutler ganz herzlich zu seinem Geburtstag und wünscht ihm noch viele Jahre voller Engagement für Kirche, Indigenas und den Erhalt des Amazonas-Gebietes.

Dom Erwins Engagement wird in diesem Film deutlich. Seine Veröffentlichung im Internet ist der Beginn einer thematischen Auseinandersetzung mit der Amazonas-Synode des Instituts für Theologie und Politik, die in einer eigenen „Klima-Synode“ vom 18.-20.10. münden wird. Diese Veranstaltung wird im rheinischen Baunkohlerevier stattfinden und deutlich machen, wie auch bei uns Menschen und Umwelt von der kapitalistischen Wachstumslogik zerstört werden. Sie wird auch die Frage danach stellen, welche Verantwortung ChristInnen und Kirchen im Kampf gegen diese Zerstörung haben.

 

Warum der Amazonas viel mit dem lieben Gott und manchmal wenig mit Kirchenfürsten zu tun hat

Am 27. Juni 2019 hat kath.net eine scharfe und polemische Kritik von Kardinal Walter Brandmüller an der sog. „Amazonas-Synode“ veröffentlicht: „Was haben – so fragt man – Ökologie, Ökonomie und Politik mit dem Auftrag der Kirche zu tun?“ Darauf antwortet ihm der brasilianische Befreiungstheologe und Benediktinermönch Marcelo Barros mit hier vorliegendem Text. Bis auf die Formulierung „westliche Kultur“, die wir für zu emblematisch halten, teilen wir seine Antwort und halten sie für richtig und notwendig. Die Synode wird im Oktober stattfinden, zur gleichen Zeit werden wir mit anderen Gruppen vom 18.-20. Oktober im deutschen Braunkohlerevier eine begleitende „Klima-Synode“ abhalten. Warum das etwas mit unserem Gottes- und Kirchenverständnis zu tun hat, erläutert Marcelo Barros in seinem Text umfänglich. Wir werden die Diskussion um die Synode hier auch weiter verfolgen.

Antwort auf den Artikel des Kardinals

Ich habe in der Zeitschrift IHU Unisinos den Artikel gelesen, in dem der deutsche Kardinal Walter Brandmüller, einer der großen Gegenspieler von Papst Franziskus, die Amazonas-Synode verurteilt und die Synode anklagt, dass sie unbegründet sei (dass er keinen Sinn darin sieht, eine universale Synode einzubrufen, der es um eine brasilianische Region geht, die Amazonien sei). Warum der Amazonas viel mit dem lieben Gott und manchmal wenig mit Kirchenfürsten zu tun hat weiterlesen

Klimasynode von unten

Die Amazonassynode der katholischen Kirche in Rom steht im Oktober bevor, was wir im ITP zusammen mit anderen AkteurInnen zum Anlass nehmen möchten, eine „Klimasynode von unten“ im Rheinland zu veranstalten. Die Amazonassynode der Bischöfe bringt die soziale und die ökologische Frage in Amazonien zusammen. Zudem geht es um die Frage nach der kirchlichen Organisationsform angesichts der Zerstörung natürlicher Lebensräume und damit einhergehender sozialer Probleme. Diese drei Aspekte und ihr Verhältnis zueinander sind auch die wesentlichen theologischen Punkte in der Enzyklika Laudato Si und dem Lehrschreiben Evangelii Gaudium von Papst Franziskus. Klimasynode von unten weiterlesen

Absage Vortrag von Alain Badiou

Absage Vortrag von Alain Badiou am 28. Juni 2019

Der Vortrag von Alain Badiou „Paulus, die Wahrheit und die Idee des Kommunismus“, der für den 28. Juni 2019, 19 Uhr geplant war, muss leider kurzfristig ausfallen. Alain Badiou musste aus gesundheitlichen Gründen seine Reise nach Münster absagen. Wir hoffen, dass die Veranstaltung zu einem anderen Zeitpunkt stattfinden kann. Über einen Alternativtermin werden wir selbstverständlich wieder informieren.

Das interne Fachseminar zur Philosophie Badious wird dennoch wie geplant stattfinden.

Geitzhaus: Artikel über Badiou

Der folgende Beitrag ist im ITP-Rundbrief Nr. 50 (März 2019) erschienen und steht hier als pdf zur Verfügung. Weitere Artikel aus dem Institut für Theologie und Politik (ITP) finden sich unter der Rubrik „Texte“.
Geitzhaus Paulus die Wahrheit und die Idee

Paulus, die Wahrheit und die Idee des Kommunismus

Badiou politisch-theologisch

von Philipp Geitzhaus

Alain Badiou, Philosoph, Mathematiker und Vertreter der „kommunistischen Hypothese“ gehört zu den international bekanntesten KapitalismuskritikerInnen der Gegenwart. Auffällig ist, dass der linke Aktivist Badiou für seine philosophische Argumentation auf den Apostel und Kirchengründer Paulus zurückgreift und damit beide provoziert: ChristInnen wie KommunistInnen.

Paulus

Paulus hat es getan, Lenin auch. Beide haben eine Organisation als Konsequenz eines Aufstands bzw. einer Auferstehung hier, einer Revolution dort, gegründet. So jedenfalls die These des Kommunisten und renommierten Philosophen Alain Badiou. Geitzhaus: Artikel über Badiou weiterlesen

Preis an das Netzwerk Kirchenasyl Münster

Benedikt Kern, Juni 2019

Am 15. Juni wurde der Papst Johannes XXIII.-Preis an das Netzwerk Kirchenasyl Münster verliehen. Benedikt Kern, Mitarbeiter am Institut für Theologie und Politik und Vertreter des Netzwerks Kirchenasyl Münster hat im Rahmen der Preisverleihung eine Rede gehalten. Die Rede steht auch hier als PDF zur Verfügung.
Kern Kirchenasyl Rede Preisverleihung Juni 2019

«Denn die Verhältnisse lassen uns keine andere Wahl»

Rede anlässlich der Preisverleihung des Papst Johannes XXIII.-Preises an das Netzwerk Kirchenasyl Münster am 15. Juni 2019

Von Benedikt Kern

Papst Johannes XXIII. hat 1962 das Zweite Vatikanische Konzil eröffnet unter dem Motto des Aggiornamento – was soviel heißt wie Aktualisierung oder auf den Stand bringen. Und damit verbunden war für ihn, dass er die Fenster der Kirche weit aufreißen wollte, um frische Luft reinzulassen, die alles aufwirbelt, vielleicht mit Zug auch Türen zuzuschlagen, Mief rauszulassen… Preis an das Netzwerk Kirchenasyl Münster weiterlesen

GDP-Vorsitzender Radek erklärt Sympathie der Bundespolizei für AFD. Wusste ich aber schon!

Es ist erschütternd, was sich in den letzten Tagen seit der Erkenntnis, dass der Kasssler Regierungspräsident Lübcke vermutlich von einem Neonazi erschossen wurde, in dieser Republik zeigt: Jetzt muss was getan werden, heisst es allerorten (bis auf die AFD, die natürlich vorsorglich die „verfolgte Opfer-Haltung“ einnimmt und die CDU, die offenkundig etwas beschämt sprachlos scheint.) Jetzt sei eine neue Qualität rechter Gewalt und rechten Terrors erreicht worden; jetzt muss gehandelt werden.

… Je nach Zählung seit 1990 knapp zweihundert Tote durch rechte Gewalt, die NSU-Morde, die Verquickung der Geheimdienste in die NSU-Karriere, Skandale ohne Ende in der hessischen Polizei, in den bayrischen SEKS, völlig aus dem Ruder gelaufene Berliner Polizisten, die rechtsfrei prügelnd und pöbelnd für ihre Vorstellung von Ordnung sorgen. Worin besteht nun die neue

Polzeiwagen von 2017, nicht 1934. Foto: Screenshot Twitter @Storch_i/Dirk Knofe

Qualität? Dass es einen Politiker getroffen hat, zumal einen der CDU? Es ist einfach erbärmlich, was in dieser Republik gerade geschieht, am raffiniertesten diese Tage in der Sueddeutschen formuliert: die Politik sei auf dem rechten Auge blind gewesen, sonst hätte sie schon viel früher die Gefahr einer braunen RAF erkannt. Genial dialektisch, verhohlen totalitarismustheoretisch: Die Gefahr steht eben doch links, oder?

Und jetzt das: GDP-Vorsitzender Radek erklärt Sympathie der Bundespolizei für AFD. Wusste ich aber schon! weiterlesen

Hoffnung praktisch werden lassen, so verstehen wir Christentum