Archiv der Kategorie: Aktuelles

Fachtagung: 100 Jahre Walter Benjamins „Kapitalismus als Religion‟

Vor 100 Jahren schrieb Walter Benjamin sein kleines Textfragment „Kapitalismus als Religion‟. Er dachte darin über die Verschuldungs- und Schuldmechanismen des Kapitalismus nach und stellte die Frage, wieso der Kapitalismus eine solche Beharrungskraft und Zustimmungsfähigkeit entwickeln konnte. Seine Antwort: „Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d.h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben.‟ Obwohl sich Benjamins Perspektive aus den Erfahrung am Vorabend des deutschen Faschismus speist, haben seine Fragen auch die BefreiungstheologInnen bewegt: Wie ist der Kapitalismus beschaffen und wie prägt er unsere gegenwärtige Welt, in welchem Verhältnis stehen Christentum und Kapitalismus und welche Rolle kann die Religionskritik in der Analyse und Kritik des Kapitalismus spielen?

In einer internationalen Fachtagung wollen wir der immer drängender werdenden Frage nachgehen, worin die stählerne Kraft des Kapitalismus besteht und wo nach Auswegen aus dem „Haus der Verzweiflung‟ zu suchen wäre. Fachtagung: 100 Jahre Walter Benjamins „Kapitalismus als Religion‟ weiterlesen

#SOSKolumbien

In den letzten Tagen haben verschiedene Gruppen und Organisationen die alarmierende Gewalt angeprangert, die bei den Protesten, welche seit mehr als einer Woche in Kolumbien stattfinden, rund 40 Menschen getötet hat. Armee und Polizei haben den die Proteste, die am Mittwoch, den 28. April begonnen haben, mit exzessiver Gewaltanwendung brutal unterdrückt. Der Aufstand wurde vom Nationalen Streikkomitee ausgerufen, um die Ablehnung der Steuer-, Gesundheits- und Rentenreformen der Regierung von Ivan Duque zum Ausdruck zu bringen. Diese Reformen wirken sich direkt auf die Lebensbedingungen der mittleren und besonders prekären Bevölkerungsschichten aus.  #SOSKolumbien weiterlesen

„Signalwirkung für die Kirchenasylbewegung“

Freispruch im Kirchenasylverfahren des Benediktinermönchs Br. Abraham Sauer

Pressemitteilung vom 28. April 2021 des Ökumenischen Netzwerks Asyl in der Kirche in NRW, in dem wir als ITP mitarbeiten:

Bruder Abraham Sauer aus der Abtei Münsterschwarzach ist am 26. April 2021 vom Amtsgericht Kitzingen (Bayern) freigesprochen worden. Der Mönch war angeklagt worden, weil er geflüchteten Menschen Kirchenasyl gewährt hatte, die Staatsanwaltschaft hatte die Verurteilung gefordert. Das „Ökumenisches Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW e.V.“ begrüßt das Urteil als wegweisend für die Kirchenasylbewegung, auch außerhalb Bayerns. „Signalwirkung für die Kirchenasylbewegung“ weiterlesen

Casa Comun 2022 – Unser gemeinsames Haus

Anlässlich der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) am 31.8.-8.9.2022 in Karlsruhe plant das ITP zusammen mit anderen Basisinitiativen wie z.B. Kairos Europa ein internationales Zentrum in Karlsruhe für die Basisökumene einzurichten, nach dem Vorbild der Casa Comun bei der Amazsonassynode. Ein in mehrere Sprachen übersetzter internationaler Aufruf ist kürzlich veröffentlicht worden und auf der Homepage des Projekts nachzulesen.

Am 14.5.21 wird es ein erstes internationales digitales Treffen zur Vorbereitung geben. Weitere Infos gibt es hier.

ITP-Rundbrief Nr. 54 erschienen

Unser neuer halbjährlich erscheinender Rundbrief (Nr. 54) mit inhaltlichen Beträgen zum 100-jährigen Jubiläum des Fragmentes „Kapitalismus als Religion“ von Walter Benjamin, zur Würdigung Franz Hinkelammerts, zur Widerstandspraxis von ChristInnen im Rheinischen Braunkohlerevier und zu unseren aktuellen Auseinandersetzungen mit der feministischen Theologie, ist nun veröffentlicht worden. Er ist abrufbar unter: ITP Rundbrief 54

Ebenso haben wir eine spanischsprachige Übersetzung des Rundbriefes erstellt, die vor allem Interessierten in Lateinamerika zur Verfügung gestellt wird. Er kann ebenfalls heruntergeladen werden: ITP Boletín internacional 5 – Abril 2021

„Die Möglichkeit dieser neuen Welt, die inmitten der Kämpfe anbricht, steht noch immer offen.“

Predigt zum Gottesdienst von „Die Kirche(n) im Dorf lassen“ am Ostermontag 2021 in Lützerath / Rheinisches Braunkohlerevier

von Julia Lis, ITP

Es ist nicht vorbei! Das fasst zusammen, was die beiden JüngerInnen (wir wissen nicht, ob es Männer oder Frauen waren) in Emmaus und auf dem Weg dorthin erleben. Ein Erlebnis, eine Erfahrung, die vieles, vielleicht alles verändert.
Wir stehen hier an der Mahnwache Lützerath, einem Ort, der für viele von uns in den letzten Monaten vieles, vielleicht auch entscheidendes verändert hat. Inmitten der um sich greifenden, fortschreitenden Zerstörung, die hier handgreiflich wird, wenn wir uns erinnern, wie es hier noch im Sommer aussah und wie es heute ist, ist ein Ort des Protestes und der Begegnung entstanden, ein Hoffnungsort inmitten der Zerstörung, denn Emmaus liegt bei Lützerath. „Die Möglichkeit dieser neuen Welt, die inmitten der Kämpfe anbricht, steht noch immer offen.“ weiterlesen

Kapitalismus: Kult einer tödlichen Verschuldung. Walter Benjamins prophetisches Erbe

Als Startschuss für unseren diesjährigen inhaltlichen Schwerpunkt zu Walter Benjamins Fragment „Kapitalismus als Religion“ (verfasst 1921 vor hundert Jahren), haben wir nun einen internationalen Sammelband herausgegeben.

Benjamins Fragment gelangte seitdem nicht nur zu einer großen Berühmtheit, sondern gewann auch an Aktualität immer mehr dazu. Die hier anlässlich dieses Jubiläums versammelten Beiträge versuchen, den von Walter Benjamin mit seinem Text durch das komplexe Universum der kapitalistischen Moderne geöffneten Bahnen zu folgen. Die internationalen AutorInnen verknüpfen Benjamins Thesen mit befreiungstheologischen Perspektiven und stellen davon ausgehend die Frage nach einer möglichen Form der Vergesellschaftung jenseits des Kapitalismus. Kapitalismus: Kult einer tödlichen Verschuldung. Walter Benjamins prophetisches Erbe weiterlesen

Online-Podiumsdiskussion: „Corona und Kirche – Prophetische Praxis in der Krise“ am 23. Februar um 19-21 Uhr

Als im März 2020 im Zuge der Corona-Pandemie das gesellschaftliche und öffentliche Leben weitgehend zum Stillstand kam, stellte sich für die gesellschaftlichen AkteurInnen plötzlich die Frage der Relevanz des eigenen Tuns mit neuer Dramatik. Die Bilanz, was Kirchen, Glaube und Religion angeht, fiel dabei mehr als ernüchternd aus: Kaum jemand sprach ihnen eine besondere Bedeutung zu, kaum jemand schien sie zu vermissen, als sich die Kirchen in den digitalen Raum verabschiedeten. Online-Podiumsdiskussion: „Corona und Kirche – Prophetische Praxis in der Krise“ am 23. Februar um 19-21 Uhr weiterlesen