Archiv der Kategorie: Allgemein

Lese-Herbst

Neue Bücher in unserem Vertrieb
In Kooperation mit der Edition Exodus aus Luzern vertreiben wir die folgenden jüngst erschienenen befreiungstheologischen Titel: Alle bestellbar unter: buecher@itpol.de

a) Kuno Füssel: Bibellektüre als gefährliche Erinnerung: Paulus, Lukas und Johannes über die messianische Alternative

Die Religionssoziologie bescheinigt dem Zeitgeist eine wachsende religiöse Indifferenz. Die Kirche laboriert seit langem an einer selbstgemachten Misere und verwechselt des Öfteren die Frage nach dem Wozu ihrer Existenz mit der Frage danach, in welcher Form es weitergehen soll. Wer interessiert sich unter diesen Bedingungen noch für eine Bibellektüre, dazu noch für eine, die sich etwas befremdlich «materialistisch» nennt? Das vorliegende Buch dokumentiert, dass es solche Orte der Lektüre noch gibt. Es macht darüber hinaus deutlich, welche Bibeltexte dort gelesen werden, wie gearbeitet wird und welche Aspekte der Textarbeit ihnen das charakteristische Profil geben. Drei dieser Aspekte sollen besonders herausgestellt werden: die Praxis einer gemeinsamen Bibellektüre als zukunftsfähiger Ort von Kirche; die Bewährung der materialistischen Bibellektüre als geschichtlich und gesellschaftlich orientiertes Verstehen biblischer Aussagen; die bewusste Artikulation des messianischen Erbes als Zentrum des kirchlichen und theologischen Bemühens. Das so umrissene Programm stellt sich bewusst in den Dienst der Nachfolge Jesu als der grundlegenden Form messianischer Praxis. Kuno Füssels Lektüre der Bibel ist mitreißend, inspirierend und herausfordernd. Und vor allem nahe an der Sache Jesu.
416 Seiten, 35 Euro, bestellbar unter: buecher@itpol.de

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Der 11. September

Viele, die mit dem ITP verbunden sind, wissen wie stark unsere Beziehungen zu Chile sind. Sie reichen bis in die Zeit des Widerstands gegen  die Diktatur von Pinochet zurück, und haben mit den Aufständen von 2019 nicht geendet. Deshalb freuen wir uns über den folgenden Text aus Chile, der am Tag des Putsches an die Unidad Popular erinnert! 

Liebe Genossinnen und Genossen,

Beerdigung von Militanten der Familie Toledo
Beerdigung von Militanten der Familie Toledo

der heutige 11. September ist ein bedeutsamer Tag, einer von jenen, die die Geschichte mit Blut und Feuer prägt. Ein Tag, der uns dazu einlädt, uns zu erinnern, aber auch Fragen zu stellen, nachzudenken und nach vorne zu blicken.

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Aschermittwoch

Zwischen Staub und Spektakel

Ein Beitrag von Evaristo Villar
Der Aschermittwoch kehrt jedes Jahr mit einer einfachen, seit Jahrhunderten wiederholten Geste in den Kalender zurück: einem Aschekreuz auf der Stirn und einem Satz, der an die Sterblichkeit erinnert: „Du bist Staub und wirst zu Staub werden”. Traditionell fungiert er als Auftakt zur Fastenzeit, einer Zeit der Vorbereitung, Zurückhaltung und persönlichen Besinnung vor Ostern. Allerdings findet er nicht mehr in einer homogen gläubigen Gesellschaft oder einem gemeinsamen kulturellen Rahmen statt. Heute ist er weniger ein liturgischer Termin als vielmehr ein soziales Phänomen, bei dem tiefe Spannungen über den Sinn, die Identität und den Platz des Religiösen im öffentlichen Raum zutage treten. Aschermittwoch weiterlesen →

Zu Weihnachten: Alles, worum ich Gott bitte …

Das berühmte Lied des argentinischen Sängers Léon Gieco hier in einer bemerkenswerten Version auf Spanisch, Arabisch und Hebräisch. Aber zuerst das Gebet:

Sólo Le Pido A Dios …

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass mir der Schmerz nicht gleichgültig sein möge;
dass mein Herz nicht leer und einsam sein möge
und ich gegeben haben werde, was ich geben konnte,
wenn die dürre Hand des Todes nach mir greift.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass die Ungerechtigkeit mir nicht gleichgültig sein möge;
dass ich mich kein zweites Mal erniedrigen lasse,
wenn das ungerechte Schicksal
mich einmal zu seinem Werkzeug machen sollte.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass der Krieg mir nicht gleichgültig sein möge,
dieses Ungeheuer, das mit donnerndem Schritt
die Unschuld der Armen zertritt.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass der Verrat mir nicht gleichgültig sein möge;
dass die Vielen, wenn sie auch weniger ausrichten können
als der eine Verräter, doch mit ihrer Erinnerung
den Verrat richten.

Das Einzige, worum ich Gott bitte, ist,
dass die Zukunft mir nicht gleichgültig sein möge;
dass ich mich nicht verliere
in einer verlorenen Welt.

60 Jahre Katakombenpakt

2015 auf dem Petersplatz in Rom: 50 Jahre Katakombenpakt: Für eine Kirche der Armen.

Anlässlich des 60. Jahrestages der Katakombenpakts hat das ITP am 16. November 2025  in der Krypta von St. Antonius in Münster zu einem Gottesdienst eingeladen. Der Katakombenpakt war eine der Initialzündungen einer Kirche der Armen und der Befreiungstheologie. Er wurde 1965 von Bischöfen am Rande des II. Vatikanischen Konzils im Jahr in Rom geschlossen und stand für eine neue Anknüpfung an eine Kirche aus den Katakomben aus den ersten drei christlichen Jahrhunderten. 

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Friedensfähig statt kriegstüchtig. Plädoyer für einen Abschied vom Wahnsinn des Krieges.

Aufruf der ‚Nußdorf-Gemeinde‘ zur Friedensproblematik

Die „Nußdorf-Gemeinde“ ist eine Gruppe von etwa 25 Personen aus dem Kreis der Betriebsseelsorge und KAB, die seit über 30 Jahren regelmäßig in Nußdorf/Attersee mit dem Theologen und Mathematiker Kuno Füssel Leben und Glauben biblisch reflektiert. Stellvertretend: Kuno Füssel, Hubert Gratzer, Hans Gruber, Monika Pointner,  Elisabeth Schatz, Anna Wall-Strasser.
mail: wastra@aon.at

I. Gefährdungen und Verhinderungen des Friedens – aktuelle Bestandsaufnahme

Das Wort von der Zeitenwende hat eine ungeahnte und bestürzende Bedeutung bekommen. Aus Regierungserklärungen und politischen Debatten tönt uns unverhohlen die Überzeugung entgegen, dass der Aufbau von Kriegsfähigkeit und die damit verbundene Aufrüstung das Gebot der Stunde sind.
Ausgehend von den USA unter Trump kennzeichnet eine gigantische Aufrüstung, gefolgt von einem brutalen Sozialabbau die momentane Entwicklung in vielen Volkswirtschaften (vgl. z.B. die BRD). Der Kapitalismus setzt auf Kriegswirtschaft, um auf Gedeih und Verderb sein Überleben zu sichern. Anstelle einer auf dem Völkerrecht aufbauenden internationalen Ordnung droht die militärische Macht des jeweils stärkeren Staates zum maßgeblichen Faktor der internationalen Politik zu werden. Die Kriege gegen die Ukraine und in Gaza sind dafür erschütternde Belege. Wachsender Nationalismus im Verbund mit ungehemmter Gier nach Rohstoffen überziehen wie eine Seuche den ganzen Planeten.
Wenn vor diesem Hintergrund uns aus der Politik und den Mainstream-Medien eine vor Jahren noch undenkbare Rechtfertigung des Krieges als unumgängliche Möglichkeit der Konfliktlösung aufgedrängt wird, dann müssen wir den Mut haben, entschieden dagegen zu halten, denn Zynismus und Dummheit machen vergessen, was Krieg ist und war und in Zukunft noch schlimmer werden wird. Durch den Krieg, und zwar jeden Krieg und überall, werden die ansonsten so oft und gerne beschworenen ethischen Grundorientierungen und Werte der menschlichen Gesellschaft endgültig zu Grabe getragen. Was kein Mensch in Friedenszeiten darf und zu Recht unter Strafe steht, wird ihm im Kriegsfall sogar befohlen: Andere Menschen zu töten.
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Gott der Armen leben und denken (Gustavo Gutiérrez)

Eine Rezension von Prof. em. Dr. Norbert Mette, Juli 2025

Am 10. Juni wurde in Lima (Peru) vom Centro de Estudios y Publicaciones (CEP) und Instituto Bartolomé de Las Casas ein gerade neu erschienenes von Gustavo Gutiérrez vorgestellt: Vivir y pensar el Dios de los pobres. Es handelt sich um das Buch, an dem Gutiérrez seit 2000 gearbeitet hat und das er bis zu seinem Tod am 22. Oktober 2024 nicht mehr selbst hat abschließen können. Diese Aufgabe hat Leo Guardado übernommen.

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Franziskus: ein Papst mit radikalen Utopien?

Ist der Tod von Papst Franziskus und die Nachfolge in einer kirchlichen Institution für Revolutionäre von Interesse? Überlegungen von unserem Mitstreiter  Allan da Silva Coelho (Brasilien)

In den sozialen Netzwerken wurden einige Portale der revolutionären Linken, die ihre Solidarität mit dem verstorbenen Papst zum Ausdruck brachten, von ihren Lesern unter Druck gesetzt, „die andere Seite“ zu zeigen und die Spaltung der Meinungen deutlich zu machen. Für Teile der Linken war Franziskus ein Verbündeter. Für andere war er eine Gefahr, weil er die Legitimation einer Gesellschaftsordnung repräsentierte, die es gar nicht mehr geben sollte… Allerdings ist eine Diskussion darüber, wie Kirchen oder Religionen sein sollten, nicht der beste Ausgangspunkt für eine dialektische, historische und materialistische Analyse. Ich möchte Elemente zur Diskussion stellen, inwiefern das Erbe von Franziskus zum revolutionären Kampf der Arbeiterinnen und Arbeiter für die Überwindung des Kapitalismus im Hinblick auf den Sozialismus beiträgt oder nicht.

Dazu werde ich einige Elemente des historischen Kontexts hervorheben, um anschließend Denkanstöße zu seiner Beziehung zu unserem Bereich des Klassenkampfes zu geben: die Rezeption Franziskus‘ durch die politischen Kräfte, sein Versuch, innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche zu handeln, sowie die Grenzen und Beiträge seines Programms. Franziskus: ein Papst mit radikalen Utopien? weiterlesen →

Rundbrief 62 erschienen

Anfang April 2025 ist unser Rundbrief Nr. 62 mit folgenden Themen erschienen:

– Lebendiger Wandel und Treue. 50 Jahre „ Unsere Hoffnung“ (Julia Lis)

– „Ich bin noch da“ Notwendigkeit des internationalen Dialogs zwischen Basisgruppen (Alberto Moreira)

– Gutes Leben – buen vivir – und die Rechte der Natur. In Lateinamerika und überall (Barbara Imholz)

– Über den Zustand der Demokratie. Oder: Wo ist der Souverän geblieben? (Michael Ramminger)

Der Rundbrief kann hier heruntergeladen werden: Rundbrief_62

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