„Zerstörung, Unterbrechung, Erlösung – in der Welt, nicht von der Welt (Joh 17,16)“
25.-27. September 2026
Haus Wasserburg, Vallendar (bei Koblenz)
Eine Theologie auf der Höhe der Zeit muss Antworten suchen, wie man in einer zerfallenden Welt von Befreiung reden kann. Die Probleme liegen auf der Hand: Kriegsertüchtigung und Kriege, Klimakrise und Weltverwüstung, Wohlstandsinseln und Migrationsbewegungen. Wie können wir heute in der Welt sein, ohne uns mit dieser Welt gemein zu machen? Kein einfaches Anliegen.
Deshalb wollen wir mit Euch/Ihnen ausgehend von Impulsvorträgen in Plenumsdiskussionen und Arbeitsgruppen folgende Fragen besprechen:
Welche Formen von Mensch-Sein kommen mit Digitalisierung und KI auf uns zu? Wenn Gesetze den Tod bringen, wie ist dann ein Leben gegen die Gesetze denkbar? Wie ist gegen Beziehungslosigkeit, Narzissmus und Einsamkeit Subjektwerdung denkbar, die den/die Andere braucht? Kann man die Welt nur denken, wenn man ein Jenseits der Welt denkt? Was wäre heute eine messianische Praxis, was ist heute Politik?
Die Tagung findet statt aus Anlass des 85. Geburtstages von Kuno Füssel.
Programm
Freitag, 25. September 2026
Anreise ab 16:30 Uhr, 18:00 Uhr Abendessen
19:00 Uhr Eröffnungsvortrag: Zerstörung, Unterbrechung, Erlösung
Michael Ramminger (ITP)
Samstag, 26. September 2026
8:00 Uhr Frühstück
9:00-11:00 Uhr Arbeitseinheit I: „Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun“? Eine Kritik der Immanenz in der Politik
Wir lebe in einer Welt die nur sich selbst kennt, aber darin nicht zu sich selbst kommt, sondern immer weiter ins Elend stürzt. Einer solchen Immanenz der Welt ist ein Jenseits der Welt, eine Transzendenz, entgegenhalten. Kann es uns gelingen, so von Transzendenz zu sprechen, dass es auf die Öffnung der Welt für Freiheit und Gerechtigkeit verweist?
Marcello Tarì (Rom) und Michael Ramminger (ITP), Moderation: Charlotte Cremer Jauregui (Berlin)
11:30-13:00 Uhr Arbeitseinheit II: Wenn die Vergangenheit stört. Messianische Zeit als Jetztzeit
Politik ist in unser Zeit nur als Verewigung der Katastrophe, in der wir leben oder als naiver Fortschrittsoptimismus denkbar. Können wir dem ein Verständnis dieser Zeit als Jetztzeit entgegensetzen, in der sich Unterbrechung und Ankunft des Messias ereignet? Aber wie dann Geschichte denken, wie an die in ihr untergegangenen Toten und die vergangenen Katastrophen erinnern?
Daniel Barreto (Gran Canaria) und Jacob Schädelin (Bern), Moderation: Benedikt Kern (ITP)
13:00 Uhr Mittagessen und Pause
14:30-16:30 Uhr Arbeitseinheit III: Nicht ganz – nicht alle. Frauen und Subjekt-Sein
Zwischen Queer-Feminismus und Gleichstellungspolitik verschwindet die Frage nach dem Subjekt Frau. Die Spuren weiblicher Menschwerdung in unserer christlichen Tradition aufzuspüren und offen zu legen, wird in eine radikale Kritik bestehender Verhältnisse einmünden. Wie könnten wir das Subjekt so denken, dass seine Endlichkeit, Angewiesenheit und Unvollständigkeit darin Raum haben?
Barbara Imholz (ITP) und Julia Lis (ITP), Moderation: Andrea Hellgermann (Münster)
17:00-19:00 Uhr Arbeitseinheit IV: Vernunft und Transzendenz in Zeiten der Rechenmaschinen und Digitalisierung
Transzendenz und Erinnerung gehen durch die Digitalisierung verloren. Die Körper werden ausgeschaltet. Wer auf die menschliche Erfahrung verzichten kann, droht selbst eine Maschine zu werden. Dagegen muss die Theologie in den Widerstand gehen.
Kuno Füssel (Andernach) und Jan Henrik Röttgers (Münster), Moderation: Andreas Hellgermann (Münster)
20:00 Feierliches Abendessen und Festakt zum 85. Geburtstag von Kuno Füssel
Sonntag, 27. September 2026
8:00 Frühstück
9:00-11:00 Uhr Arbeitseinheit V: Apokalyptisch-messianische Gemeinschaften
Die Kriegs- und Abschottungspolitik lassen immer weniger Spielräume wirksamen Protests zu. Wenn wir weder in Resignation noch im Alten verbleiben wollen, müssen wir neu über Politik nachdenken. Wie heute dann Nachfolge und Politik verstehen jenseits des Rechts, als ein Leben der Freiheit in einer feindlichen Welt?
Tomás Imholz (Berlin) und Julia Lis (ITP), Moderation: Ailed E. Villalba Aquino (Schwerte)
11:30-12:30 Uhr Abschlussdiskussion
12:30 Uhr Mittagessen
Hinweise zur Anmeldung:
Es gibt eine begrenzte Anzahl von Schlafplätzen (Einzel-, Doppel-, Mehrbettzimmer). Deshalb bitten wir um eine frühzeitige Anmeldung bis 15.08.2026 per Email: kontakt@itpol.de oder Tel: (+49)251 524738
Teilnahmebeiträge:
- Mit Unterkunft und Vollverpflegung:
- Mehrbettzimmer: 230 € (regulär), 300 € (Solibeitrag), 150 € (reduzierter Beitrag).
- Doppelzimmer: 260 € (regulär), 330 € (Solibeitrag)
- Einzelzimmer: 270 € (regulär), 350 € (Solibeitrag)
- Ohne Unterkunft, mit Mittag- und Abendessen: 150 € (regulär), 200 € (Solibeitrag), 75 € (reduzierter Beitrag).
Wer an der Tagung gerne teilnehmen möchte, aber auch den ermäßigten Beitrag nicht aufbringen kann, den/die bitten wir um Kontaktaufnahme, um eine individuelle Lösung zu finden.
Eine Teilnahme nur am Festakt anlässlich des Geburtstages von Kuno Füssel am Samstagabend ist möglich (20 € Beitrag für das Abendessen).
Veranstaltungsort: Haus Wasserburg, Palottistr. 2, 56179 Vallendar (bei Koblenz/RLP). Hinweis zur Anfahrt hier.
Spenden- und Beitragskonto:
Institut für Theologie und Politik
IBAN DE44 4006 0265 0015 1087 01 | BIC: GENODEM1DKM
Stichwort: Befreiungstheologische Tagung