50 Jahre ist es her, dass Gustavo Gutiérrez das für die lateinamerikanische Befreiungstheologie richtungsweisende Buch „Theologie der Befreiung“ veröffentlicht hat. 
Dies war zwar keinesfalls die Entstehung der Befreiungstheologie, doch seit dem gibt es eine Auseinandersetzung um die „harte“ und „weiche“ Rezeption dieser Theologie, die auf die Umwälzung der Verhältnisse ausgerichtet ist. Bis heute gibt es ein Ringen um ein befreiendes Christentum, um seine Verwässerung und seinen Relevanzverlust. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, in unserer international besetzten Online-Veranstaltung zu fragen, woher kam die Befreiungstheologie, was macht(e) sie aus und welche Wirkungsgeschichte hat sie bis heute und welche Konflikte um die Rezeption ergeben sich daraus?
Mit: Alberto Moreira (Brasilien), Maria Klemm (Schweiz), Pilar Puertas (Mexiko, ITP), Michael Ramminger (ITP), Hernan Leemrijse (Chile).
Alberto Moreira hat folgende Powerpointpräsentation zur Verfügung gestellt: Zur Geschichte der lateinamerikanischen Befreiungstheologie_Alberto Moreira
Mittwoch, 1. Dezember 2021 um 19.00-21.00 Uhr




Vor 100 Jahren schrieb Walter Benjamin sein kleines Textfragment „Kapitalismus als Religion‟. Er dachte darin über die Verschuldungs- und Schuldmechanismen des Kapitalismus nach und stellte die Frage, wieso der Kapitalismus eine solche Beharrungskraft und Zustimmungsfähigkeit entwickeln konnte. Seine Antwort: „Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d.h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben.‟ Obwohl sich Benjamins Perspektive aus den Erfahrung am Vorabend des deutschen Faschismus speist, haben seine Fragen auch die BefreiungstheologInnen bewegt: Wie ist der Kapitalismus beschaffen und wie prägt er unsere gegenwärtige Welt, in welchem Verhältnis stehen Christentum und Kapitalismus und welche Rolle kann die Religionskritik in der Analyse und Kritik des Kapitalismus spielen? 
Der Autor, Conrad Berning, geboren 1941 in Legden, Westfalen, arbeitete 25 Jahre in Brasilien als Filmemacher. Im Auftrag der brasilianischen Bischofskonferenz produzierte er katechetische Diaserien und Dokumentar- und Spielfilme. Seine Begegnungen mit der befreiungstheologischen Kirche, darunter Leonardo Boff, Dom Helder Camara, Pedro Casaldaliga, Dom Luciano Mendes und vielen mehr prägten seine Filme, die bis heute als DVD`s in Schulen und Veranstaltungen gezeigt werden und Bewusstsein bilden.
„Hoffnung praktisch werden lassen. Befreiungstheologische Interventionen“ ist als Best-Of der Rundbrieftexte des Instituts für Theologie und Politik ein Kompendium von 26 Jahren befreiungstheologischen Denkens. Die Auswahl zeigt die Entwicklung, die Brüche und die Kontiuitäten der Befreiungstheologie seit 1994 bis heute.
Im Edition ITP-Kompass haben Philipp Geitzhaus und Michael Ramminger das Buch „Ereignis, Freiheit, Transzendenz. Auseinandersetzungen mit Alain Badiou“ herausgegeben.