Archiv der Kategorie: Allgemein

*Weltsozialforum 2015 in Tunis* *Für das Recht auf Bewegungsfreiheit!*

Das Institut für Theologie und Politik und das Befreiungstheologische Netzwerk werden zusammen mit islamischen BefreiungstheologInnen des Kollektivs Baraka (Frankreich) und Kacem Gharbi (Tunis) auf dem Weltsozialforum in Tunis vom 24.-28. März 2015 einen Worshop anbieten:

logo_fsm_2015„Für das Recht auf Bewegungsfreiheit! Perspektiven der Theologie der Befreiung im Islam und im Christentum auf das Recht zu gehen und zu bleiben“ Pour la Liberté de Circulation ! Perspectives des Théologies de la Libération dans l’Islam et le Christianisme, autour de la Liberté de Circulation. Freedom of Movement and the right to stay and the right to leave from the perspective of liberation theology

المنتدى الاجتماعي العالمي تونس 2015 ورشة عمل مع شباب تيولوجيا التحرير في الاسلام والمسيحية حول موضوع : نعم لحرية التنقل! حرية التنقل من منضورتيولوجيا التحرير في الاسلام والمسيحية

Die Situation an den EU-Außengrenzen ist ein humanitäres und politisches Desaster. Die dominante Migrationspolitik spiegelt die bestehenden Machtverhältnisse wieder zwischen Nord und Süd, der Arroganz der Mächtigen und den Opfern struktureller Gewalt. Als Glaubende können wir uns dieser Situation nicht entziehen, sondern sie fordert uns heraus zur Anklage des Grenzregimes, Parteiergreifung für die überlebenden und getöteten Opfer der Abschottungspolitik, sowie die Anzweiflung unseres globalen kapitalistischen Unrechtssystems, das mit ein Grund dieser Tragödie ist. Verwurzelt in unseren religiösen Traditionen gibt es die positive Perspektive auf Migration: Abraham als Migrant kann hier als ein gemeinsames, „ursprüngliches“ Beispiel gelten. Migration als ein Recht auf Bewegungsfreiheit, das jedem Menschen unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität und Religion zustehen muss, ist die hoffnungsvolle Perspektive einer Minderheit im Diskurs über Migration. Dieser argumentiert eher selektiv:

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… Wir könnten uns unterwerfen … ChristInnen zur blockupy-Berichterstattung

Wir dokumentieren hier eine Erklärung von Christinnen zu der Diskussion um die blockupy-Proteste am 18.03. in Frankfurt:

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Foto: redpicture

Es liegt in der Logik einer Mediengesellschaft, dass nur das zum Ereignis wird, was auch ereignisträchtige Bilder hervorbringt. Wir, Christinnen und Christen, die zur Teilnahme an den blockupy-Protesten aufgerufen haben, sehen uns einer Flut von Bildern konfrontiert, die die Proteste von blockupy zu „Gewaltexzessen“ und „bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen“ hochstilisieren. Kaum ein Bild von der bunten Demonstration mit fast zwanzigtausend Menschen, kaum ein Bild von der entschiedenen und gewaltfreien Blockade, an der einige von uns von Anfang bis Ende beteiligt waren. Kaum eine Meldung, dass blockupy wirklich europäischer Ausdruck eines Widerstands gegen die Verarmungspolitik war und dass blockupy sein Ziel, die geplante, schamlose Eröffnungsfeier des 1,3 Milliarden teuren EZB-Gebäudes zu verhindern, erreicht hat.

Aber akzeptieren wir einen Moment die Logik dieser „Gesellschaft des Spektakels“ und halten die Bilder für die ganze Wirklichkeit.

Was wäre dann zu diesen „Gewaltexzessen“ und „bürgerkriegsähnlichen Zuständen“ zu sagen? Wir könnten uns unterwerfen und Abbitte leisten, auch wenn wir diese Taten gar nicht zu verantworten hätten. Wir könnten uns den Regeln dieser Demokratie, die an einem seidenen Faden hängt, unterwerfen und die Gewalt der Polizei von 2013 vergessen, als über 800 DemonstrantInnen einen halben Tag lang festgehalten wurden, faktisch eine erlaubte Demonstration von der Polizei verhindert wurde. Vergessen, dass Grüne in Frankfurt die Unterstützung der Proteste mit dem Argument verweigert haben, dann müsse man ja auch Pegida unterstützen, die uns also als Reaktionäre und Nazis diffamieren wollten.

Wir könnten uns also unterwerfen. Denn das wäre der einfache Weg: die „Gewalt“ zu verurteilen – so wie es an vielen Orten, zum Teil auch in unseren Kirchen passiert, und wo doch zum größten Teil die Proteste wenn überhaupt, nur halbherzig und aus der Ferne unterstützt wurden.

Aber das wäre auch von uns halbherzig.

Denn dann müssten wir vor allem jene Gewalt, jene wirkliche Gewalt vergessen, die den vielen Menschen dieser Welt aufgezwungen wird: Die physische Gewalt, die sich in Europa u.a. an den GriechInnen zeigt, an den toten Flüchtlingen, an der Bekämpfung des Kirchenasyls durch unseren Innenminister, an den Armen im eigenen Land. „Wer Augen hat zu sehen, der sehe“!

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foto: redpicture

Papst Franziskus hat in Evangelii Gaudium dazu geschrieben: „Heute wird von vielen Seiten eine größere Sicherheit gefordert. Doch solange die Ausschließung und die soziale Ungleichheit in der Gesellschaft und unter den verschiedenen Völkern nicht beseitigt werden, wird es unmöglich sein, die Gewalt auszumerzen. … Wenn die lokale, nationale oder weltweite Gesellschaft einen Teil ihrer selbst in den Randgebieten seinem Schicksal überlässt, wird es keine politischen Programme, noch Ordnungskräfte oder Geheimdienste geben, die unbeschränkt die Ruhe gewährleisten können.“

Das ist die bedrückende und nüchterne Wahrheit.

Wer jetzt die Ausschreitungen am Rande von blockupy verurteilt, soll mit der gleichen Entschiedenheit gegen die Gewalt der Verhältnisse aufstehen. Dazu rufen wir insbesondere die Christen und Christinnen auf. Wir brauchen eine Militanz der Menschlichkeit, keine Militanz der Sicherheit und der sozialen Ausschließung. Mit all denen, die sich einer solchen Militanz der Menschlichkeit verpflichten, werden wir auch über diejenigen sprechen, die sich dem Aktionskonsens von blockupy nicht verpflichtet sahen. Wir werden aber vor allem darüber reden müssen, was man denn noch alles tun muss, damit dieses Sterben, Morden und Ausplündern unserer Welt aufhört, für das niemand verantwortlich sein will, und wie denn die Globalisierung der Gleichgültigkeit (Franziskus) zu überwinden ist.

Dr. Michael Ramminger/ Dr. Kuno Füssel/ Prof. Dr. Dick Boer/ Dr. Andreas Hellgermann/ Dr. Katja Strobel/ Barbara Imholz/ Goran Subotic/ Johannes Krug/ Reimar Ramminger/ Prof. Franz Segbers/ Simon Schäfer/ Ricarda Koschick/ Reinhold Fertig – Christinnen für den Sozialismus/ Dr. Reinhard Gaede – Vorstand Bund der religiösen Sozialisten und Sozialistinnen Deutschland/ Martin Deistler/ Dr. Julia Lis/ Gregor Böckermann – Ordensleute für den Frieden/ Dr. Thomas Schroeter/ Benjamin Krauß/ Hartmut Futterlieb – Christinnen für den Sozialismus/ Pilar Puertas – Mexiko/ Philipp Geitzhaus – Madrid/ Cordula Ackermann – Madrid/ Bernd Lieneweg/ Birgit Wingenroth/ Manuel Kunze/ Benedikt Kern/ Werner Link/ Sandra Lassak – Peru/ Hartmut Käberich/ Klaus Dick/ Benedict Steilmann/ Martina Weiland/ Christoph Rinneberg/ Peter Fendel

Grenzen der Meinungsfreiheit

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Bewohner und Konzerne: Ungleiche Freiheit am Xingu/ Brasilien

Leonardo Boff
Die terroristischen Attentate zu Beginn diesen Jahres in Paris und in Kopenhagen wegen der vermeintlich beleidigenden Karikaturen Mohammeds, Attentate, die von islamischen Extremisten begangen wurden, haben die Frage der Meinungsfreiheit auf die Tagesordnung gesetzt. In Frankreich gibt es eine wahrhafte Obsession, quasi eine Hysterie in der unbegrenzten Zustimmung zur Meinungsfreiheit , die uns als etwas Heiliges, wie man sagt, von der Aufklärung und der Natur des Laizismus des Staates vermacht wurde. Sie ist etwas absolutes.
Im Gegensatz und mit gutem Grund bekräftigt der prophetische Bischof Don Pedro Casaldáliga: „nichts ist absolut außer Gott und dem Hunger, alles andere ist relativ und begrenzt.“ Wenn man das Gödel-Theorem über die Mathematik hinausdenkt, bestätigt es die unüberwindbare Vorläufigkeit und Begrenztheit allen, was existiert. Warum sollte es mit der Meinungsfreiheit anders sein? Sie kann den Grenzen nicht entfliehen. Sonst würden wir dem „everything goes“ und den Vendettas freie Zügel geben. Die französische Idee der Meinungsfreiheit setzt eine entgrenzte Toleranz voraus: man muss alles tolerieren. Wir halten am Gegenteil fest: Jede Toleranz hat immer eine ethische Grenze, die das „everything goes“ und fehlenden Respekt dem Anderen gegenüber begrenzt, die die personalen und sozialen Beziehungen zerfrisst. Grenzen der Meinungsfreiheit weiterlesen

Offener Brief: KIRCHENASYL IST MENSCHENRECHTSSCHUTZ

Münster, den 18.02.2015

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Gedenkaktion für tote Flüchtlinge im Mittelmeer

Sehr geehrter Herr Minister de Maizière,
als Christinnen und Christen wenden wir uns, empört über Ihre jüngsten Äußerungen zum Kirchenasyl, mit einem offenen Brief an Sie.
Wir sind darüber empört, dass Sie als amtierender Verfassungsminister „das Kirchenasyl prinzipiell und fundamental ablehnen“ und erklären, es gehe nicht, dass Kirchen sich eigenmächtig über Gesetze hinwegsetzten (Zitat laut DER SPIEGEL vom 31.01.2015).
Für ebenso skandalös halten wir die Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), dass Geflüchtete, die sich wegen drohender Abschiebung im Kirchenasyl befinden, als „untergetaucht“ oder „flüchtig“ eingestuft werden. Die wachsende Zahl von Kirchenasylen in Dublin III-Fällen ist ein Zeichen dafür, dass gegenwärtig Abschiebungen um jeden Preis vorgenommen werden und eine Einzelfallprüfung im Blick auf Härtefälle so gut wie nicht mehr stattfindet. Offener Brief: KIRCHENASYL IST MENSCHENRECHTSSCHUTZ weiterlesen

Solidarität muss praktisch werden! Aufruf zum Blockupy-Aktionstag am 18. März in Frankfurt

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Teilnehmerinnen einer befreiungstheologischen Tagung aus Mexiko, Bolivien, Brasilien, Spanien, den Niederlanden, der Schweiz und der BRD unterstützen blockupy: 1803 – Ich nehm mir frei!

Am 18. März feiern in Frankfurt am Main die Regierenden Europas die Eröffnung der Europäischen Zentralbank (EZB). Die von den Sparmaßnahmen maßgeblich betroffenen Menschen sind nicht eingeladen.
Wir als Christ_innen wollen dort gemeinsam mit vielen anderen Aktivist_innen des Blockupy-Bündnisses ein Zeichen setzen – gegen Ausgrenzung und Ausschließung, gegen eine Wirtschaft, die tötet, wie es Papst Franziskus formulierte, gegen eine Kultur der Entsolidarisierung.
Anklage und Protest – auch sie sind Teil des biblischen Erbes, in dem wir verwurzelt sind. Wie einst die Prophet_innen glauben wir auch heute, dass wir Christ_innen gerufen sind, Unrecht und Ungerechtigkeit dort, wo wir sie sehen, klar zu benennen, auch wenn es unbequem ist. Wir müssen erklären und überzeugen, aber auch mutig prophetische Zeichen setzen, wo dies heute gefragt ist.
In Frankfurt ist ein Prunkbau entstanden: Solidarität muss praktisch werden! Aufruf zum Blockupy-Aktionstag am 18. März in Frankfurt weiterlesen

Internationale Strategietagung vom 20.-22. Februar 2015 im ITP

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Unter dem Titel „Zukunft und Orte befreienden Christentums“ veranstaltete das Institut für Theologie und Politik (ITP) vom 20.-22. Februar eine internationale Strategietagung in Münster. Die Teilnehmer_innen aus Mexiko, Kolumbien, Brasilien, Spanien, Schweiz, Niederlande und Deutschland setzten sich während dieser Tagung mit folgender Frage auseinander: Wie kann in der aktuellen Situation der Globalisierung, die vor allem Armut, Kriege und Ungleichheiten produziert, eine befreiende Interpretation des Christentums, eine Befreiungstheologie, die die Auferstehung Jesu und die Botschaft vom Reich Gottes mit der gegenwärtigen Welt zusammendenkt, aussehen? Und wo sind vielleicht schon ihre Orte?

Charlie Hebdo

Wer kann schon die Trauer zurückgebliebener Liebenden einholen, wie kann man solidarisch sein mit den Ermordeten, wie angemessen die Zurückweisung dieser Morde ausdrücken?
In Paris und vielen anderen Orten haben es am Sonntag hunderttausende Menschen versucht. Solidarität, Verteidigung der Freiheit, der Meinungsfreiheit, Verteidigung der europäischen Werte. All dies gibt es, und die Menschen berufen sich zu Recht darauf. Und zu Unrecht zugleich. Charlie Hebdo hat sich auf radikale Meinungsfreiheit berufen und ist dafür ermordet worden. Die Satire-Zeitschrift hat darin die Freiheitsforderung der bürgerlichen Revolution aufgerufen, die ihr Echo in den Rufen und Plakaten auf der place de la République findet, in einem seltsam ungleichzeitigen Pathos, das so gar nicht zur Geschichte dieser Revolution, zur Wirklichkeit ihrer Ideen, Ideologien, und noch weniger zur realen Geschichte dieses Europas passt. Charlie Hebdo weiterlesen

Tun wir nicht, als sei alles in Ordnung! (EG 211)

Dieser Satz bringt auf den Punkt, warum das apostolische Lehrschreiben Evangelii Gaudium von Papst Franziskus eine so große Wichtigkeit hat: Es formuliert das Grundsatzprogramm des „Franziskus-Projekts“, das anstiftet zur Umkehr: Zur Umkehr in wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Hinsicht, vor allem aber Buchdeckelim Verständnis des Wesens der Kirche.
Der Band kommentiert das Schreiben von Papst Franziskus aus politisch-theologischer Perspektive und ist ist in dieser Ausführlichkeit der erste Kommentar im deutschsprachigen Raum.Die engagierte, parteiliche Lektüre von Evangelii Gaudiumdurch TheologInnen, die sich an politischen Kämpfen beteiligen, hat ihren Kontext in den gesellschaftlichen Brennpunkten unserer Zeit. Nicht allein ein akademisches Interesse ist die Grundlage dieser Kommentierung, sondern die politisch-theologische Praxis der AutorInnen, die in Deutschland und zum Teil in Lateinamerika verortet sind.
Sie vereint die Auffassung, dass ein prophetischer Aufbruch in der Kirche nur entsteht, wenn sich eine breite Basis dazu anstiften lässt. Die Beiträge geben Hoffnung, dass eine Kirche möglich ist, die sich radikal in den Dienst der Befreiung und das Reich Gottes ins Zentrum ihrer Praxis stellt. Denn wir können nicht so tun, als sei alles in Ordnung!
Mit Beiträgen von: Norbert Mette, Kuno Füssel, Katja Strobel, Norbert Arntz, Pilar Puertas, Michael Ramminger u.a.
Tun wir nicht, als sei alles in Ordnung!(EG 211)
Ein politisch-theologischer Kommentar zu Evangelii Gaudium
Peter Fendel / Benedikt Kern / Michael Ramminger (Hg.)Edition ITP-Kompass Münster, 2014. ISBN 978-3-9816982-0-6
pb., 172 Seiten, 12,80 €
Das Buch ist über den Buchhandel oder direkt im Institut für Theologie und Politik zu beziehen: buecher@itpol.de

Erklärung zum Abschluss des weltweiten Treffens Sozialer Bewegungen Vom 27. bis 29. Oktober in Rom

Zum Abschluss des Welttreffens Sozialer Bewegungen wollen wir der Öffentlichkeit eine kurze Zusammenfassung dessen vorlegen, was in diesen drei historischen Tagen geschehen ist.

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Foto: cpalsocial.org

1. Inspiriert von Papst Franziskus und organisiert von der Päpstlichen Kommission „Justitia et Pax“, der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften sowie von verschiedenen Volksbewegungen aus der ganzen Welt sind wir, eine Delegation von mehr als hundert gesellschaftlichen Führungskräften aus allen Kontinenten, in Rom zusammengekommen, um die entscheidenden Probleme und Herausforderungen der Menschheitsfamilie (insbesondere gesellschaftliche Ausgrenzung, ungleiche Verteilung der Lebenschancen, Gewalt und Umweltkrise) aus der Perspektive der Armen und ihrer Organisationen zu diskutieren, und zwar vor allem orientiert an den drei Erfahrungsbereichen: Landbesitz, Arbeit und Wohnung.

2. Die Tagung verfolgte das Ziel, die Kultur der Begegnung praktisch zu erfahren dadurch, dass Genossinnen und Genossen, Brüder und Schwestern aus verschiedenen Kontinenten, Generationen, Berufen, Religionen, Ideen und Erfahrungen beteiligt waren. Nicht nur Vertreterinnen und Vertreter aus den drei genannten Erfahrungsbereichen nahmen an dem Treffen teil, sondern auch eine große Gruppe von Bischöfen, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus der Pastoral, von Intellektuellen und Akademikern, die ebenfalls wichtige Beiträge zum Treffen beisteuerten, aber stets die vorrangige Rolle der drei Erfahrungsbereiche und der Sozialen Bewegungen respektierten. Beim Treffen waren auch Spannungen spürbar, denen wir uns aber als Geschwister gemeinsam stellten. Erklärung zum Abschluss des weltweiten Treffens Sozialer Bewegungen Vom 27. bis 29. Oktober in Rom weiterlesen

25. Jahrestag der Ermordung von sechs Jesuiten und zwei Frauen in El Salvador

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Gedenktafel im Garten der UCA. Foto: M. Ramminger

Märtyrer für Glaube und Gerechtigkeit
Die Mörder kamen in der Nacht. Von höchster Stelle hatten die Soldaten den Befehl erhalten, die Jesuiten in der Zentralamerikanischen Universität (UCA) umzubringen. Am Morgen des 16. November 1989 fand man Ignacio Ellacuría, Segundo Montes, Ignacio Martín-Baró, Joaquín López y López, Juan Ramón Moreno und Amando López erschossen im Garten liegend. Mit ihnen wurde auch die Köchin Elba Ramos und ihre Tochter Celina ermordet, die in dieser Nacht Schutz im Haus der Jesuiten vor den Kämpfen des Bürgerkriegs gesucht hatten.
Warum wurden sie umgebracht? Die kürzeste Antwort darauf ist auf der Grabplatte in der Universitätskapelle zu lesen. Hier wird der wichtigste Auftrag des Jesuitenordens in unserer heutigen Zeit beschrieben, wie ihn die Generalkongregation von 1974/75  formuliert hat: „Was heißt heute Jesuit, Gefährte Jesu sein? Sich unter dem Kreuz im entscheidenden Kampf unserer Zeit einzusetzen: im Kampf für den Glauben, der den Kampf für die Gerechtigkeit mit einschließt.“ 25. Jahrestag der Ermordung von sechs Jesuiten und zwei Frauen in El Salvador weiterlesen