Keine Kriminalisierung des Kirchenasyls durch die Justiz!

Pressemitteilung des Instituts für Theologie und Politik, Münster

Keine Kriminalisierung des Kirchenasyls durch die Justiz!

Wir erklären uns solidarisch mit den Kirchengemeinden, die mit prophetischen Kirchenasylen aktiv Menschenrechte schützen.

Die Staatsanwaltschaft in Bayern hat in mehreren Fällen Ermittlungsverfahren eingeleitet gegen die Verantwortlichen aus Gemeinden, die Kirchenasyl gewähren. So heißt es in Presseberichten, dass es mittlerweile Normalität geworden ist, dass bayrische Staatsanwaltschaften gegen Pfarrerinnen und Pfarrer ermitteln, die Kirchenasyl gewähren. Besonders prominent war hier der Fall der evangelischen Pfarrerin Doris Otminghaus, die bereits neun Menschen Kirchenasyl gewährte und sich deswegen nun vor der Justiz verantworten soll.

“Dass die staatlichen Instanzen nun zu repressiveren Mitteln greifen, um Kirchenasyle zu erschweren und Gemeinden zu verunsichern, beobachten wir mit sehr großer Sorge”, so Benedikt Kern, Mitarbeiter im Institut für Theologie und Politik, der auch im Netzwerk Kirchenasyl Münster engagiert ist. “Auch bei der Räumung eines Kirchenasyls im Münsteraner Kapuzinerkloster im August 2016 haben wir dies hautnah mitbekommen müssen.”

Wir ermutigen deshalb alle Gemeinden, Ordensgemeinschaften, kirchlichen Verbände, sich auch öffentlich klar für das Kirchenasyl zu positionieren und dadurch ein Zeichen der Unterstützung und Solidarität mit denen zu setzen, die nun wegen ihrer Menschlichkeit unter Anklage gestellt werden sollen. Es braucht ein prophetisches Bekenntnis und ein mutiges Engagement der Kirchen in dieser asylpolitischen Situation mehr denn je.

Was heute angesichts der steigenden Abschiebezahlen notwendig ist, ist eine konsequente Stärkung der Kirchengemeinden und Ordensgemeinschaften, die aus ihrer Gewissensentscheidung heraus Geflüchteten Schutz bieten. Deswegen sind wir als Institut für Theologie und Politik solidarisch mit der Hassfurter Pfarrerin Doris Otminghaus und allen anderen, die unerschrocken Menschen vor Abschiebungen schützen! Zu dieser Solidarität wollen wir alle anderen ChristInnen und die Kirchenleitungen auffordern und ermutigen.

Weitere Infos: www.kirchenasyl-ms.de

Zur Presseerklärung der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V.: http://www.kirchenasyl.de/portfolio/solidaritaet-ist-notwenig-anzeigen-gegen-kirchenasylgemeinden/