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Christ_innen, beteiligen wir uns gemeinsam an „Ende Gelände“!

Der Geist von Pfingsten stiftet uns zum Protest in der Braunkohlegrube an.

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Vom 13. bis 16. Mai 2016 ruft ein breites Klimabündnis zu Protesten im Braunkohlerevier in der Lausitz auf. Anlass für die Protesttage ist auch der Verkauf der Kohleförderung in der Lau­sitz durch den Eigentümer Vattenfall. Dieser will sich vom deutschen Braunkohlegeschäft trennen. Doch statt einen Schlussstrich unter die Kohleförderung zu ziehen, hat Vattenfall nach pro­fita­blen Investor_innen gesucht, die diese klimazerstörende Energieproduktion um Jahrzehnte weiter­führen sollen. Die Proteste werden also auch ein Investitionsrisiko sein: Wer den Standort von Vat­ten­fall kauft, bekommt den Protest inklusive.

Lasst uns uns als Christ_innen an den Protesten beteiligen, um ein deutliches Zeichen gegen den Ausverkauf des Klimas zu setzen und zu sagen: „Ende Gelände“ für den Kohleabbau! Christ_innen, beteiligen wir uns gemeinsam an „Ende Gelände“! weiterlesen

Camilo Torres Restrepo

Am 15.02.1966 wurde der kolumbianische Priester und Soziologe Camilo Torres in Kolumbien bei einem Gefecht zwischen der kolumbianischen Armee und der Nationalen Befreiungsarmee

Von Hernando Sanchez - Albúm Familia Zabala, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6708369
Von Hernando Sanchez – Albúm Familia Zabala, GFDL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6708369

ELN getötet. Er gehörte zu einer Generation junger ChristInnen, die ab Mitte der sechziger Jahre begriffen hatten, dass das Christentum in seinem Ursprung einen anti-imperialen, Herrschaft und Unterdrückung zurückweisenden Kern hat. Er gehörte zu denen, die begriffen hatten, dass sich dieser Kampf in die Teilnahme an gesellschaftlichen Kämpfen übersetzen musste. 1965 entschloss er sich deshalb, sich der Nationalen Befreiungsarmee anzuschließen. Camilo Torres war Befreiungstheologie, bevor es die Befreiungstheologie gab. Camilo Torres Restrepo weiterlesen

Es sollte Weihnachten sein …

Vorweihnachtliche Abschiebung ins Elend

krippeAuch in Münster zeigt sich die hässliche Fratze der Asylrechtsverschärfung und der Schatten der Willkommenskultur. Unsichtbar für die Öffentlichkeit, kurz vor Weihnachten geschieht Abschiebung in ihrer brutalsten Form: Ein junger Mann, 19 Jahre alt, ist am Samstagabend (19.12.2015) in Bahnhofsnähe in der Zeit zwischen 20 und 21 Uhr von einer Gruppe von Polizisten angehalten worden. Solche Art von rassistischen Kontrollen kommen in Münster regelmäßig vor. Er wurde gefragt, wohin er gehe und was der Inhalt seiner Tasche sei. Seine Antwort, ein Buch zum Deutschlernen, wurde mit menschenverachtendem Zynismus beantwortet: „Das brauchst du jetzt nicht mehr!“ Die weiteren Stationen seiner Rückreise ins Elend waren, so weit rekonstruierbar, München, Mailand, Brindisi. Seine FreundInnen zu informieren, wurde ihm verwehrt!
Die Abschiebung nach Süditalien bedeutet für ihn, wie für die meisten Menschen auf der Flucht, soziale Isolation, Obdachlosigkeit, Hunger und keinen Zugang zu menschenwürdiger Versorgung. Deshalb haben einige deutsche Gerichte Abschiebungen nach Italien aus humanitären Gründen untersagt.
Es gibt in diesen Tagen in Deutschland zahlreiche Geschichten wie diese. Die wenigsten werden von der Öffentlichkeit wahrgenommen oder schaffen es in die Zeitung.

Bündnis gegen Abschiebungen Münster, Institut für Theologie und Politik Münster

Ressentimentgeladene Wortspiele

Es gab keinen Konflikt der Generationen, sondern der analytischen Standpunkte, Mentalitäten und Optionen

Michael Ramminger/ Institut für Theologie und Politik Münster

Michael Schüßler, Prof. für praktische Theologie an der Eberhard Karls Universität Tübingen hat als Teilnehmer der Versammlung „Katakombenpakt: Erinnern und Erneuern“ vom 11.-17.11. 2015 in Rom auf der Webseite www.feinschwarz.net unter dem Titel „Katakombenpakt gefeiert und beerdigt?“ eine ziemlich harsche Kritik des Treffens vorgelegt.

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Jon Sobrino SJ: Notwendige Umkehr zur Kirche der Armen

in den KatakombenAm 16. November 2015 hielt Jon Sobrino auf der von der Gruppe pro-konzil und vom Institut für Theologie und Politik organisierten Versammlung „Katakombenpakt erinnern und erneuern“ in den Domitilla-Katakomben in Rom die Predigt, die wir hier in deutscher Übersetzung und in spanischer Originalfassung dokumentieren. Jon Sobrino erinnerte an die Märtyrer der salvadorenischen Kirche und des Volkes und an den Aufbruch der lateinamerikanischen Kirche vom Katakombenpakt über die lateinamerikanische Bischofskonferenz von Medellín bis zur Befreiungstheologie – und an die ausstehende notwendige Umkehr zur Kirche der Armen. (Hier die deutsche Version zum download)

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„Schreib weiter!“ Die Rehabilitierung der Befreiungstheologie durch Papst Franziskus?!

Am heutigen Freitag, den 13. November 2015, empfing Papst Franziskus den Jesuiten Jon Sobrino in der Casa Santa Marta mit den Worten: „Schreib weiter!“. Jon Sobrino nimmt zur Zeit auf Einladung des Institut für Theologie und Politik und der USG/UISG an der Versammlung „Katakombenpakt erinnern und erneuern“ in Rom teil.
SobrinoNach Leonardo Boff und Gustavo Gutiérrez ist dies damit das dritte Treffen von Papst Franziskus mit einem lateinamerikanischen Befreiungstheologen. Damit ist wohl deutlich, dass der Vatikan die Befreiungstheologie nach langen Jahren der Verunglimpfung und Ausgrenzung rehabilitiert hat.

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Fluchtursache Kapitalismus – „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“

Am Mittwoch, den 21. Oktober, fand im Lesesaal der Stadtbücherei Münster eine Veranstaltung unter folgenden Fragen statt: 1. Was geschieht in den Ländern, aus denen die Menschen fliehen und welche Möglichkeiten stehen ihnen zur Verfügung? 2. Was geschieht aktuell in Deutschland bzw. in der EU? 3. Was sollen wir tun? Erfreulicherweise wollten ca. 220 Menschen diese Veranstaltung besuchen. Wegen mangelnder Kapazitäten war das leider nicht möglich. Hier stellen wir deshalb wie versprochen die Beiträge der ReferentInnen als audio-file zum Nachhören und Runterladen zur Verfügung. Herzlichen Dank an Klaus Blödow vom Medienforum!

 

Rückblicke in die Zukunft des Christentums – Neuerscheinung

2007 starb der brasilianische Bischof Aloísio Lorscheider, einer der maßgeblichen Mitgestalter der lateinamerikanischen Kirche der letzten vierzig Jahre. Die Gruppe, mit der zusammenarbeitete, hatte zuvor eine Reihe von Gesprächen mit ihm geführt, die sie in einem Buch veröffentlichten. Dieses Buch liegt jetzt in deutscher Übersetzung vor:

coverDer Kampf gegen das Unrecht, egal ob strukturell oder individuell, mit Blick auf den utopischen Horizont des Reich Gottes, das verstand Aloísio Lorscheider als Zentrum christlichen Glaubens: „Das Dringlichste für uns ist, die menschliche Würde zu verteidigen und die fundamentalen Menschenrechte in Lateinamerika zu proklamieren.“ Und einem seiner großen Widersacher in der Kirche Josef Ratzinger hielt er öffentlich entgegen: „Kardinal Ratzingers Sicht der Dinge habe ich nie verstanden, weil er die Begriffe Befreiung und Heil vergleichend nebeneinander stellte. Worte sind Worte. Ich kann ihnen diese oder jene Bedeutungen beimessen. Aber wir wollen eine Befreiung, die zugleich Heil bedeutet. Heil und Befreiung soll heißen, den Blick auf den Körper und auf die Seele zu richten.“
Verstrickt in die herrschende Meinung: in die Auswegslosigkeit des neoliberalen Kapitalismus, in seine Kriege, seine Klimaverwüstung, verstrickt in die klammheimliche Hoffnung, unsere Kirche an dem Ort leben zu können, den ihr der Kapitalismus Ort zuweist: in der Bedeutungs- und Zukunftslosigkeit. Gegen diese Verstrickung stand das Leben von Dom Aloísio, stand und steht die Befreiungstheologie. Pater Manfredo Araújo de Oliveira schreibt in diesem Buch: „Dom Aloísio gelang es, unter uns das Gedächtnis an den Gott Jesu zurückzurufen, an den Gott, den uns Jesus als den Gott der Gerechtigkeit und des Friedens verkündete und der die unendliche Güte und Liebe ist.“
Lasst euer Licht leuchten! Rückblicke in die Zukunft der Kirche. Gespräche mit Kardinal Dom Aloísio Lorscheider, 184 S., edition itp-kompass Bd. 18, Münster 2015, ISBN 978-3-9816982-1-3, 12,80 EUR

Zur Bombardierung von ZivilistInnen und PKK-Friedhöfen in Kurdistan

Zur Zeit bombardiert das türkische Militär Gedänkstätten und Friedhöfe der KurdInnen.  Dies hängt natürlich mit den bevorstehenden Wahlen und dem Erfolg der oppositionellen Partei HDP zusammen. Darüberhinaus geht es auch um die Auslöschung des Gedächtnisses und der Erinnerung an die Opfer des türkischen Kampfes gegen KurdInnen. Wir dokumentieren hier die Erklärung des Internationalistischen Freundeskreis Andrea Wolf/ Ronahi. Hier außerdem ein Text zur Bedeutung des Rechts auf Erinnerung: 2015_09_18_Recht_auf_Erinnerung

Im Rahmen des Krieges der AKP gegen die HDP, die kurdische Zivilbevölkerung und die PKK hat am 17.09.2015 der türkische Innenminister Sebahattin Öztürk die Zerstörung von 14 Gedenkstätten und Märtyrerfriedhöfen der kurdischen Guerilla PKK in Nordkurdistan angeordnet und die jeweiligen Gouverneure zur Umsetzung verpflichtet. Am Morgen des 18. Septembers hat die türkische Luftwaffe erneut den Friedhof in Varto bombardiert und seit Mittag desselben Tages startete eine Operation des türkischen Militärs zur Zerstörung der Gedenkstätte und Märtyrerfriedhofs in Keleh in den Bergen von Catak in der Provinz Wan (türkisch Van).*²/³

2015_09_20_varto_friedhofMit diesem Befehl offenbart sich der türkische Innenmister nach internationalem Völkerrecht als Kriegsverbrecher* – ebenso wie Präsident Erdoğan, der für die völkerrechtswidrigen Angriffe des türkischen Militärs auf kurdische Dörfer und Städte in Süd- und Nordkurdistan, die gezielte Tötung von ZivilistInnen sowie die Bombardierung von Wäldern und landwirtschaftlichen Nutzflächen politisch verantwortlich ist. Auch die Generäle, Offiziere und Soldaten des Nato-Staates Türkei machen sich schuldig, solange sie diese völkerrechtswidrigen Befehle befolgen. Aber auch die Regierungen aller Nato-Partner der Türkei sind zumindest moralisch und politisch verantwortlich für diese Verbrechen, solange sie aus eigenen wirtschaftlichen und militärischen Interessen Erdogan und das türkische Regime mit Waffen logistisch und politisch unterstützen. Zur Bombardierung von ZivilistInnen und PKK-Friedhöfen in Kurdistan weiterlesen

Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung

Aus unserer christlichen Überzeugung heraus hat die Würde des Menschen oberste und un­hinterfragbare Priorität für gesellschaftliches und politisches Handeln. Insbesondere gehört dazu die Sorge um Benachteiligte, um Menschen, die auf der Flucht sind, um die, die in besonderer Weise schutzbedürftig sind.

Sollte sich die SPD geändert haben?
Sollte sich die SPD geändert haben?

Die im Gesetzesentwurf enthaltenen Verschärfungen, etwa die Möglichkeit, Men­schen aufgrund der Tatsache illegal nach Deutschland eingereist zu sein oder über keine Identitätspapiere zu verfügen, in Haft zu nehmen, stehen im Kontrast zu einer so verstandenen Sorge. Sie ermöglichen vielmehr die Kriminalisierung von Men­schen, ohne zu berücksichtigen, dass es keine ausreichenden legalen Ein­reise­mög­lichkeiten für Schutzsuchende und AsylbewerberInnen nach Deutschland oder in die EU gibt. Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung weiterlesen