Studientage

Letzte Studientage der Reihe “Theologie und Bewegung denken”:

Die muslimische Befreiungstheologie
Ihre Traditionen und hermeneutischen Ansätze der Gesellschaftsanalyse
Mit dem muslimischen Befreiungstheologen Kacem Gharbi (Tunis)

Studientag in der Reihe „Theologie in Bewegung denken“

Freitag, 03. Juni 2016 um 15:00 – 21:00 Uhr
Institut für Theologie und Politik, Friedrich-Ebert-Str. 7, Münster

Anmeldung unter geitzhaus[at]itpol.de

Der politische Islam ist umkämpft zwischen fundamentalistisch-reaktionären Deutungen und einer befreienden Tradition, die sich als antikolonial, feministisch und antikapitalistisch versteht. Doch was sind für den „Islam der Befreiung“ und seine Theologie die Traditionslinien und welche analytische Perspektive auf gesellschaftliche Widersprüche und Unterdrückungsstrukturen nimmt er ein? Kacem Gharbi wird das Verhältnis von muslimischer Befreiungstheologie und emanzipatorischen Kämpfen darstellen, und aufzeigen, welchen prophetischen Gegenentwurf ein befreiender Islam angesichts der gegenwärtigen gewaltsamen politischen und religiösen Konflikte und Herrschaftsforme formulieren kann – damit dein Bruch mit dem neoliberalen Kapitalismus mit seinen tödlichen Konsequenzen möglich werden kann.

Kacem Gharbi ist Philosoph und einer der profiliertesten muslimischen Befreiungstheologen Tunesiens und er setzt sich mit den Spielarten des politischen Islam auseinander. Seine Dissertationsschrift verfasste er über den christlichen lateinamerikanischen Befreiungstheologen Enrique Dussel und dessen theologische Hermeneutik aus muslimischer Perspektve.

 

Studientag am 17. April 2015: “There is no alternative?!”Theologie wider die Hoffnungslosigkeit des Neoliberalismus

Es gehört zu den Kernsätzen, den Dogmen des Neoliberalismus, dass Marktlogik und Kapitalismus alternativlos seien. Diese Alternativlosigkeit wird einem an jeder Ecke vorgegaukelt und hat sich mittlerweile so tief in die Köpfe der Menschen gebohrt, dass in vielen Kontexten, auch in Kirchen und Gemeinden, schon kaum noch gefragt wird: wer sagt das eigentlich? Wo kommt das her? Wo Menschen als Humankapital nur noch den Götzen der Selbstoptimierung und den Interessen des Marktes dienen müssen, bleibt für Fragen nach einer anderen Welt kein Platz… oder? An diesem Studientag wollen wir der Frage nachgehen, was es heißt, in einer so geprägten Welt und in einem Umfeld, das immer mehr von dieser neoliberalen Hoffnungslosigkeit zersetzt ist, Theologie zu treiben. Dem Dogma der „Alternativlosigkeit“ wollen wir die Hoffnung auf Veränderbarkeit als Leitmotiv von Glaube und Theologie entgegenstellen. Denn der Glaube an eine neue Welt, eine Gegenwelt, an ein „kommendes Reich“, ist ein Kernsatz christlichen Glaubens und befreiender Theologie. Wo Theologie und Glaube sich einlullen lassen und diese Hoffnung verlieren, hat eben jene Ideologie der Alternativlosigkeit ihr Ziel erreicht. Höchste Zeit, damit zu brechen, bevor unsere Hoffnung zerbricht…
Studientag des Befreiungstheologischen Netzwerks Münster mit dem Institut für Theologie und Politik (ITP)

am Freitag, 17.04.2015 16:00-21:00 Uhr im ITP, Friedrich-Ebert-Str. 7, Münster
Anmeldung für den Imbiss unter: lis[et]itpol.de