Kategorie-Archiv: International

Seminar: Den Islam verstehen

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Kacem Gharbi, Rom 2015

Herzliche Einladung zum Seminar mit dem muslimischen Befreiungstheologen Kacem Gharbi am Mittwoch 20. September, 15:30 – 17:30 Uhr in Münster.

Den Islam verstehen

Ein Versuch aus der Perspektive einer islamischen Befreiungstheologie

„Zunächst ist der Islam eine Religion, die auf eine Offenbarung gegründet ist und die Gerechtigkeit zum Ziel hat. Der ‘Islam der Befreiung’ ist ein Islam, der es geschafft hat, eine Selbstkritik an seiner Geschichte zu vollziehen, um die eigenen religiösen und ethischen Fundamente wiederzufinden.“ (Kacem Gharbi)

Wenn wir über den Islam sprechen, so haben wir sehr schnell Bilder vor Augen, die geprägt sind von den aktuellen Auseinandersetzungen und den Bildern, die die Medien bestimmen. Die Notwendigkeit, sich damit auseinanderzusetzen, ist unbestritten. Weiterlesen

Neu: Auf den Spuren einer Kirche der Armen

strategiebuch_cover_webDas neue Buch zur Befreiungstheologie aus der Edition-ITP-Kompass “Auf den Spuren einer Kirche der Armen – Zukunft und Orte befreienden Christentums”, herausgegeben von Philipp Geitzhaus, Julia Lis und Michael Ramminger, ist erschienen.

Wie kann Befreiungstheologie heute sinnvoll fortgeschrieben werden, wo sind ihre Orte, welche Gegenwartsfragen und welchen Herausforderungen muss sie sich stellen und wo könnte vielleicht ihre Zukunft liegen? Anders gefragt: Was macht eine Kirche der Armen angesichts von Globalisierung und Krise heute aus? Der Band enthält Beiträge internationaler BefreiungstheologInnen: von Norbert Arntz, Dick Boer, Nancy Cardoso, Kuno Füssel, Philipp Geitzhaus, Andreas Hellgermann, Julia Lis, Alberto Moreira, Pilar Puertas, Michael Ramminger, José Guadalupe Sánchez, Katja Strobel, Fernando Torres und Evaristo Villar.

Das Buch ist ab sofort im Handel erhältlich oder kann direkt bei uns im ITP bestellt werden unter buecher[at]itpol.de

Hier gibt es einen Blick ins Buch.

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Pressemitteilung: ITP auf dem Welttreffen der Sozialen Bewegungen

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TeilnehmerInnen des dritten Welttreffens der Sozialen Bewegungen in Rom 2016

Papst Franziskus ermutigt die TeilnehmerInnen des III. Welttreffens der Sozialen Bewegungen: “Habt keine Angst euch in die wichtigen Debatten einzumischen!”

Auch MitarbeiterInnen des Münsteraner Instituts für Theologie und Politik nahmen am Welttreffen teil

Am Samstag, dem 05.11. 2016, ist das III. Welttreffen der Sozialen Bewegungen in Rom zu Ende gegangen, das auf Einladung des Papstes stattfand. Von Anfang an hat das Institut für Theologie und Politik die Welttreffen der Sozialen Bewegungen mit großem Interesse wahrgenommen und darin wichtige Bezüge zur eigenen befreiungstheologischen Arbeit erkannt. Bei diesem Treffen waren erstmal auch VertreterInnen des Instituts für Theologie und Politik anwesend und haben sich an den Diskussionen und am Panel zum Thema Flucht und Migration aktiv beteiligt. Weiterlesen

Rom: Kirche und Soziale Bewegungen Hand in Hand

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Tomas Imholz (l.), Michael Ramminger (m.) und Julia Lis (r.) beim Welttreffen der Sozialen Bewegungen in Rom, November 2016

Das Welttreffen der Sozialen Bewegungen in Rom hat begonnen. In den folgenden drei Tagen werden die 200 VertreterInnen der Sozialen Bewegungen aus 65 Ländern zu den Themen Land, Wohnung/Wohnraum, Arbeit, Demokratie, Umwelt/Natur, Flucht und Vertreibung arbeiten. Zum Abschluss des Treffens, am 5. November, werden sich die TeilnehmerInnen mit Papst Franziskus treffen, um über weitere Schritte zu beraten, um diese Globalisierung der Ausschließung zu überwinden.

Kardinal Peter Turkson betonte in der Eröffnungsrede die Bedeutung der Zusammenarbeit von Kirche und den Sozialen Bewegungen weltweit. „Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Veränderungen wir brauchen und die Kirche und die Sozialen Bewegungen arbeiten gemeinsam daran diese Veränderungen, die unsere Gesellschaft braucht, zu fördern und zu vertiefen.“ So Kardinal Turkson. Weiterlesen

Nota de prensa: Los movimientos populares en Roma

roma_encuentromundialdemovimientospopularesNota de Prensa del comité de preparación del Encuentro mundial de los movimientos populares:

Los Movimientos populares se reúnen en Roma del 2 al 5 de noviembre y encontrarán al Papa Francisco

Luego de los exitosos encuentros de Roma 2014 y Santa Cruz de la Sierra 2015, a partir del próximo 2 de noviembre y hasta el 5, más de 150 delegados provenientes desde diferentes movimientos populares de todo el mundo, con la activa colaboración del Pontificio Consejo de Justicia y Paz – participarán de tres días de reuniones, análisis y debates. Weiterlesen

Pressemitteilung: Welttreffen der Sozialen Bewegungen in Rom

roma_encuentromundialdemovimientospopularesPressemitteilung des Vorbereitungskreises der Welttreffen der Sozialen Bewegungen:

Soziale Bewegungen treffen sich mit Papst Franziskus vom 2.-5. November 2016 in Rom

Nach den erfolgreichen Treffen in Rom 2014 und Santa Cruz de la Sierra 2015 treffen sich vom 2.-5. November 2016 über 150 VertreterInnen verschiedener sozialer Bewegungen aus der ganzen Welt in Rom. Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden wird an dem dreitägigen Treffen der Begegnung, Analyse und Diskussion teilnehmen. Weiterlesen

Pressemitteilung: Einladung des ITP in den Vatikan

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Eine Demonstration der Organisation Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra in Brasilien

Pressemitteilung: Einladung des Instituts für Theologie und Politik in den Vatikan zum Welttreffen der Sozialen Bewegungen

Der Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden lädt das Institut für Theologie und Politik (ITP) aus Münster zum dritten Welttreffen der Sozialen Bewegungen vom 2. bis zum 6. November 2016 in den Vatikan ein. VertreterInnen verschiedener Organisation und sozialer Bewegungen aus der ganzen Welt werden auf dem viertägigen Treffen vor allem über die Themen Land, Wohnraum und Arbeit diskutieren. Auch die Themen Wirtschaftskrise und Migration werden auf der Agenda stehen. Aus Deutschland wurden neben dem ITP hat auch Engagierte der Refugee-Welcome-Bewegung und der Blockupy-Bewegung vom Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden eingeladen. Papst Franziskus hat angekündigt, persönlich an dem Treffen teilzunehmen.

Der Theologe und Mitbegründer des unabhängigen Instituts für Theologie und Politik in Münster, Dr. Michael Ramminger, freut sich über die Einladung in den Vatikan und begrüßt die Einberufung dieser Treffen, die sich, so Ramminger, explizit an Engagierte in Bewegungen und gerade nicht an RegierungsvertreterInnen richten: „Diese Treffen zeigen deutlich die neue theologische und kirchenpolitische Ausrichtung von Papst Franziskus. Noch nie hat sich ein Papst mit AktivistInnen sozialer Bewegungen getroffen. Die Bewegungen erfahren durch diese Treffen eine enorme Anerkennung und bekommen eine Plattform, sich weltweit zu organisieren. Als ein Institut, das seit über 20 Jahren an der Schnittstelle von Kirche und Sozialen Bewegungen arbeitet, wollen wir uns intensiv in diesen Prozess einbringen.“ Weiterlesen

Besuch von der Fundación Pueblo Indio del Ecuador

Besuch im ITP, September 2016
Besuch im ITP, September 2016

Besuch von der Fundación Pueblo Indio del Ecuador im ITP

Am 19. September 2016 hatten wir im ITP eine Begegnung mit Emperatriz Montalvo Chuma und Nidia Arrobo Rodas von der Fundación Pueblo Indio del Ecuador und dem Tamilenaktivisten Viraj Mendis. Die Fundación Pueblo Indio del Ecuador engagiert sich stark im Kampf um die Rechte der indigenen Bevölkerung in Ecuador. Mit beiden sprachen wir über die aktuelle politische Situation in Ecuador, die Kämpfe der sozialen Bewegungen, aber auch über die kirchliche Situation und die Nachwirkungen der Auseinandersetzungen um die Befreiungstheologie. Nidia Arrobo Rodas war eine enge Mitarbeiterin des Bischofs und Befreiungstheologen Leonidas Proaño, der in der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil bereits eine Auseinandersetzung der Kirche mit der Leidensgeschichte der Indigenen und dem eigenen kolonialen Erbe angemahnt und die Auslöschung der Erinnerung an diese Geschichte kritisiert hatte.

Neues Interview: Islam der Befreiung

Kacem Gharbi in Rom
Kacem Gharbi in Rom 2015

Neue Wege-Gespräch von David Loher und Matthias Hui mit Kacem Gharbi

Islam der Befreiung – Die sozialen Bewegungen brauchen religiöse Legitimität

Neue Wege (NW): Sie werden hier in Europa als Vertreter einer muslimischen Befreiungstheologie bezeichnet. Die Befreiungstheologie ist in Lateinamerika entstanden. Was bedeutet das Konzept der Befreiung in ihrer muslimischen Tradition?

Ich selber bezeichne mich nicht als Theologen, sondern als Philosophen der Befreiung. Mein akademischer Hintergrund ist die Philosophie. In meiner Arbeit spielt der argentinische Befreiungsphilosoph Enrique Dussel eine große Rolle, der auch für die Befreiungstheologie wichtig ist. Von dort stammt die Methode: Es geht um eine Relektüre der Geschichte des Christentums und um
eine neue Hermeneutik des Texts, eine neue Art des Verstehens. Die Frage ist nun: Kann diese Methode auch auf den Islam, den Buddhismus oder das Judentum, auf irgendeine Religion, angewendet werden? Ich denke schon. Als Muslim habe ich die Möglichkeit – ich würde sogar sagen, die Verpflichtung – einer Relektüre meiner eigenen Geschichte. Und ich habe die Verpflichtung, eine neue Hermeneutik des Texts zu konstruieren. So können wir durchaus von einer islamischen Befreiungstheologie sprechen. Allerdings hat, insbesondere im Kontext des sunnitischen Islams, der Begriff der Theologie eine ganz andere Bedeutung. Die Beschäftigung mit den Quellen ist traditionell stark auf den juristischen Aspekt ausgerichtet. Deshalb bevorzuge ich es, vom Islam der Befreiung zu sprechen.

NW: Sind Sie also Teil einer ganzen Bewegung? Weiterlesen

Zum “Islam der Befreiung” – Ein Gespräch

Benedikt Kern (l.) uns Kacem Gharbi (r.), Rom 2015
Benedikt Kern (l.) und Kacem Gharbi (r.), Rom 2015

Der “Islam der Befreiung” hat Gerechtigkeit und Gleichheit zum Grundsatz

Ein Gespräch mit dem muslimischen Philosophen und Befreiungstheologen Kacem Gharbi (Tunis)
Eine gekürzte Fassung des Gesprächs wurde auch von der Zeitschrift Südlink “Ernährungssouveränität” Nr. 177 veröffentlicht. http://www.inkota.de/material/suedlink-inkota-brief/177-ernaehrungssouveraenitaet/

Kacem Gharbi (*1968 in Tunis) ist Philosoph und einer der profiliertesten muslimischen Befreiungstheologen Tunesiens undsetzt sich mit den Spielarten des politischen Islam auseinander. Während der Ben Ali-Diktatur war er in den 1990ern acht Jahre lang politischer Gefangener. In seiner Dissertationsschrift beschäftigte er sich mit dem christlichen lateinamerikanischen Philosophen und Befreiungstheologen Enrique Dussel. Heute arbeitet er in einer interdisziplinären Forschungsgruppe der Universität Tunis zu alternativen Ökonomiemodellen.

Benedikt Kern (ITP): Das Institut für Theologie und Politik (ITP) in Münster stellt seit fast 25 Jahren eine Schnittstelle zwischen der Befreiungstheologie und sozialen Bewegungen im europäischen Kontext dar. D.h. dass wir versuchen, unsere befreiungstheologische Reflexion in Zusammenhang bringen mit politischen Aufbrüchen an der Basis, um die Solidaritätsbewegung mit Geflüchteten, das Kirchenasyl und die Krisenproteste gegen die europäische Austeritätspolitik zu nennen. Du setzt dich seit Jahren mit der muslimischen Befreiungstheologie auseinander und bist einer ihrer (noch) marginalisierten Vertreter in Tunesien. Was steckt hinter dem Begriff „Islam der Befreiung“, was charakterisiert die muslimische Befreiungstheologie aus deiner Perspektive? Weiterlesen